Rückblick C’n’B 2013: CREATIVE.NRW Workshop mit Stefan Sagmeister

Am 20. und 21. Juni 2013 fand in Köln die C'n'B Creativity & Business Convention statt. Auch in diesem Jahr war CREATIVE.NRW mit eigenen Programmpunkten auf NRWs Branchentreff der Kreativwirtschaft vertreten, unter anderem mit einem Workshop mit Designikone Stefan Sagmeister im Rahmen des CREATIVE.NETWORK #8.

Zwei Tage lang standen in der Fritz-Thyssen-Stiftung und im angrenzenden Kölnischen Kunstverein alle Zeichen auf Kreativwirtschaft. Mehr als 100 Speaker aus 25 Ländern rückten am 20. und 21. Juni 2013 Fragen zur Zukunft der Branche und zur Anschlussfähigkeit kreativer Ideen für andere Wirtschaftsbereiche und die Gesellschaft in den Fokus.

In einem exklusiven Workshop brachte CREATIVE.NRW Kreative aus NRW mit Designikone und C’n’B-Keynote-Speaker Stefan Sagmeister zusammen, Inhaber der renommierten New Yorker Agentur "Sagmeister & Walsh". Neben einer persönlichen „Anleitung zum Glücklichsein“ gab Sagmeister Einblicke in seine Design- und Businessphilosophie und erklärte, warum Wachstum nicht immer das Ziel einer persönlichen Geschäftsstrategie sein sollte. > Hier geht es zum Videointerview.

Design - Treiber von Glück und Innovation

In seiner Keynote legte Grammy-Gewinner Sagmeister dar, wie er als Designer dafür Sorge trägt, dass er persönlich glücklich mit seiner Arbeit bleibe – indem er etwa alle sieben Jahre ein einjähriges Sabbatical einlegt, abschaltet und sich so neuen Herausforderungen fern ab des Alltagstrotts stellt.

Diese Gedanken führte er im von CREATIVE.NRW-Beraterin Nadia Zaboura moderierten Workshop mit rund 40 Gästen fort. Auf Fragen zum Geschäftsmodell seiner seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt etablierten Agentur erklärte Sagmeister, dass er sich den Luxus gönne, sein Büro künstlich klein zu halten und sich so Auftraggeber und Aufträge aussuchen zu können.

In New York herrsche trotz hohen Wettbewerbsdrucks eine kollaborative Kultur unter den Designagenturen – weniger Neid als Offenheit gegenüber anderen Agenturen bestimme das Arbeitsklima. Auch in Deutschland müssten sich vermehrt kollaborative Strukturen etablieren, folgert Sagmeister. Ein wichtiges Mittel zur Förderung von jungen Talenten ist für Sagmeister ein Revival der Salon-Kultur. Schon seit geraumer Zeit richtet er in monatlichen Abständen intime Coachingabende aus, bei denen bis zu acht junge Designer in direktem Austausch ihre Arbeitsproben besprechen können. Direktes Feedback und der Kontakt zu Kollegen und Konkurrenten ist für Sagmeister ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Fotos: Lioba Schneider
Video: CREATIVE.NRW

Von der Qualität deutscher Design-Ausbildung und dem neuen Markt Wissenschaft

Auch konkrete Ratschläge gab er den Anwesenden, darunter viele Designer, mit: „Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ein Designstudio mit dem Schwerpunkt Wissenschaft betreiben – da geht es ab. Alles, was interessant ist und das Leben lebenswert macht, passiert an der Schnittstelle zur Wissenschaft“. Die Vermittlung dieser Erkenntnisse durch Design sei eine gesellschaftlich enorm wichtige – und damit auch persönlich beglückende – Aufgabe. Darüber hinaus lobte er das Niveau der Ausbildungslandschaft in Deutschland. Dieses sei im Vergleich zu den USA, insbesondere eingedenk der immensen Ausbildungskosten dort, wesentlich höher. Seinen US-Studenten empfiehlt Sagmeister schon lange, Deutsch zu lernen und in Deutschland zu studieren.

Im Anschluss an den Workshop gab es im Rahmen des CREATIVE.NETWORK #8 die Möglichkeit der Beratung und Vernetzung durch Oliver Wittmann (Regionaler Ansprechpartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes in NRW), Andreas Severin (Startercenter Köln) und das Team von CREATIVE.NRW.

> Hier geht es zum Videointerview.