Hidden Values

CREATIVE.NRW beschäftigt sich seit Bestehen mit der Kraft und dem Innovationspotenzial der elf Teilbranchen. Unser Auftrag besteht darin, Schätze zu heben, Nischen auszuleuchten, Verborgenes sichtbar zu machen. Mit dem Leitthema „Hidden Values“, das wir gemeinsam mit Mads Pankow und Dr. Leonard Novy entwickelt haben, nähern wir uns unserem Ziel mit einem weiteren Schritt: Wir bieten versteckten Werten eine Bühne. Auf dieser Website finden Sie die Ergebnisse der unterschiedlichen Ausgabeformate wie Konferenzen, Veranstaltungen und Publikation. Wir wollen Inspiration und Denkanstöße geben – sowohl im Diskurs als auch ganz praktisch in Workshops – gemeinsam mit den CREATIVE.Spaces.

Warum machen wir das? Wir glauben, dass sich der Schwerpunkt unserer Wirtschaft spürbar verschiebt von der Industrie und Produktion, hin zum Immateriellen, zu Kreativität und Innovation. Neue Parameter entscheiden zunehmend darüber, welche Geschäftsmodelle in Zukunft erfolgreich sind und welche nicht. Der Wert eines Unternehmens, einer Marke lässt sich längst nicht mehr nur in Geld messen. Hidden Values – versteckte Werte wie Aufmerksamkeit, Beziehungen und Netzwerke, Daten und Informationen – stellen mittlerweile einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und eine zentrale Ressource dar. Die Kultur- und Kreativwirtschaft bedient sich dieser Ressourcen schon lange. Was für Werbung, Film, Musik, Games und Design schon immer ein Maßstab für Erfolg war, wird nun auch für andere Branchen immer wichtiger. Hieraus ergibt sich ein klarer Startvorteil für die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Publikation

Mit „Hidden Values – Die Währungen der Zukunft“ manifestieren wir Gedanken und Diskussionsansätze, die auf der Konferenz in Essen entstanden sind. Insgesamt zwölf Texte und Interviews von und mit renommierten Autorinnen und Autoren beleuchten weitere Facetten versteckter Werte und unterlegen – sicherlich auch streitbar – unsere Annahme, dass sich Daten und Informationen, Netzwerke und Aufmerksamkeit zusehends zu zentralen Ressourcen der Kreativwirtschaft, ja nahezu jeder Branche entwickeln.

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Autoren

Konferenzen

Düsseldorf

Es geht auch anders: So könnte das Resümee des Kongresses „Werte Wandel Widersprüche – Die neuen Gesetze der Innovation“ lauten, der am 6. Dezember 2018 in Düsseldorf stattfand.

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Berlin

Am 25. Mai 2018 machte CREATIVE.NRW mit der Paneldiskussion "Hidden Values" einen Ausflug in die NRW-Landesvertretung in Berlin. 

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Panelisten

Netzwerkpartner

Essen

Den Auftakt zum Leitthema "Hidden Values" machte im Herbst 2017 die Konferenz „Hidden Values – Mehr wert als Geld?“ auf PACT Zollverein in Essen.

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REFERENTEN

Medienpartner

Netzwerkpartner

CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values

Die von CREATIVE.NRW als CREATIVE.Spaces ausgezeichneten Netzwerke wurden eingeladen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“, Erkenntnisse und Visionen rund um die versteckten Werte und die Wirtschaftsdynamik der Zukunft mit den kreativen und unternehmerischen Realitäten abzugleichen und handhabbar zu machen. Mit Akteuren der Kreativwirtschaft, also jenen, die tagtäglich mit den Werten Aufmerksamkeit, Beziehungen, Informationen und Einzigartigkeiten handeln, geht CREATIVE.NRW auf die Suche nach praxistauglichen Antworten auf die Fragen, die sich aus den bisher gesammelten Ansätzen, aber auch aus der Alltagspraxis der Kreativen ergeben. Die Veranstaltungsreihe wird voraussichtlich im Juni 2018 starten.

Termine

THE DORF EXPLORING HIDDEN VALUES

Am 22. Februar lädt das Netzwerk THE DORF zur Abschlussveranstaltung der Roadshow „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ nach Düsseldorf. Die fünf von CREATIVE.NRW im Jahr 2018 ausgezeichneten Netzwerke präsentieren die Ergebnisse, die im Laufe der Reihe entstanden sind. Ein prominent besetzter Talk und eine Party mit Live Act beschließen den Abend.

Wie lassen sich erfolgreich Beziehungen zwischen Start-ups und Kreativen gestalten? Wo sind die Werte im Meer der Daten? Erkenntnisse und Visionen rund um die alternativen Ökonomien der Einzigartigkeit, Beziehungen, Daten und Aufmerksamkeit wurden von den CREATIVE.Spaces in Reelkirchen, Dortmund, Wuppertal und Oberhausen mit den kreativen und unternehmerischen Realitäten abgeglichen und handhabbar gemacht. Der Düsseldorfer Innovationshub bietet die passenden Räumlichkeiten für eine erlebbare Ergebnistour, in der an verschiedenen Stationen die Akteur*innen der Netzwerke mit kurzen Impulsen ihre Erkenntnisse vermitteln.

Ein Talk zum Thema Wertschätzung und Wertschöpfung in der Musik findet im Anschluss im Hotel Friends statt und lädt alle Gäste dazu ein, über Werte und das Urheberrecht in der Kreativwirtschaft zu diskutieren und sich auszutauschen. Ein musikalischer Live Act rundet den Abend ab und gibt Anlass, die letzte Station der CREATIVE.Spaces-Veranstaltungsreihe zu feiern.

Noch bis 31. Januar 2019 läuft die Ausschreibung für die CREATIVE.Spaces 2019.

Programmablauf

18 Uhr | Einlass + Finger Food

18:30 Uhr | Begrüßung

18:45 Uhr | interaktive Tour „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values”

19:15 Uhr | geführte Tour durch das Innovationshub

19:30 Uhr | Locationwechsel zum Hotel Friends (2 Gehminuten)

20 Uhr | Talk zum Thema Wertschätzung und Wertschöpfung in der Musik

20:45 Uhr | Live Act

21:15 Uhr | Netzwerken, Drinks & Party

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Rückblicke

Thema Aufmerksamkeit @ MediaLAB.NRW in Oberhausen

Am 12. Januar 2019 fand das vom MediaLAB.NRW veranstaltete MediaCampNRW im Rahmen der „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ Roadshow in Oberhausen statt. Das Thema „Aufmerksamkeit als Währung der Zukunft“ lockte rund 100 hochmotivierte Teilnehmer*innen.

Aufmerksamkeit für Aufmerksamkeit

Bereits im Vorfeld des Barcamps waren vier große Themenblöcke von den Veranstalter*innen und Teilnehmer*innen festgelegt worden. Zu Beginn des Barcamps wurden dann verschiedene Sessionvorschläge gepitcht. Das Programm des Tages umfasste schließlich 22 Sessions à 45 Minuten.

Ein Block widmete sich dem Thema „Kreativwirtschaft in den Medien“. Drei der Sessions befassten sich mit der Frage, wie Medienformate den Wert kreativer Arbeit vermitteln können. In einer von CREATIVE.NRW gehosteten und moderierten Session ging es um die Entwicklung eines TV-Formats sowie eines Podcasts. Vorgestellt wurden die Inhalte der Session von Steve Blame, ehemaliger Moderator bei MTV und Fernsehformatentwickler, und Spieleentwickler Christoph Brosius. In der lebendigen Diskussion wurde schnell deutlich, dass im Vorfeld vor allem geklärt werden sollte, an wen und mit welcher Zielsetzung sich die Inhalte richten sollten – erst dann könne man sich damit befassen, wie das Format aussieht. Christoph Brosius kündigte an, sich weiterhin mit der Entwicklung eines Podcasts zu beschäftigen, der die Wertschätzung kreativer Arbeit insbesondere bei Entscheider*innen aus der Wirtschaft stärken kann. Steve Blame meldete an, sich mit der Entwicklung eines entsprechenden Reality-TV-Formats für die breite Öffentlichkeit zu befassen.

In weiteren Sessions wurde etwa gefragt, ob Livestreaming tot ist und wie man auf seiner Website mehr Traffic über Pinterest erreichen kann.

Der Themenblock „Zukunft des Journalismus“ stellte nicht nur neue Technologien wie Chatbots im Journalismus vor: Zudem gab es etwa Tipps zur Interviewführung mit dem Smartphone oder zum Umgang mit „Shitstorms“, die bei einer smarten Reaktion des Community Managements langfristig sogar für viel positive Aufmerksamkeit sorgen können.

Der Block „Hidden Values: Aufmerksamkeit und Information“ widmete sich unter anderem dem Sinn oder Unsinn von Hackathons im Journalismus. Anhand von persönlichen Erfahrungen tauschten die Teilnehmer*innen Pro- und Kontraargumente aus. Während manche sich durch solche Veranstaltungen ausgenutzt fühlen, schätzen andere den gruppendynamischen Charakter eines Hackathons.

Im Block „Mojo Meeting“ ging es vornehmlich um Tipps und Tricks im Bereich des mobilen Journalismus. Dabei stand insbesondere die Videoproduktion mit Hilfe des Smartphones im Fokus. Manuel Heckmair, Reporter bei RTL, veranschaulichte anhand von konkreten Beispielen, wie er das Smartphone für die investigative Berichterstattung einsetzt – und dass es beispielsweise für persönliche O-Töne auch von Vorteil sein kann, nicht mit einer großen Kamera zu drehen.

Im Verlauf des Tages wurde deutlich, dass Aufmerksamkeit auf ganz unterschiedliche Art und Weise erzeugt werden kann. In Zeiten der schnell voranschreitenden Digitalisierung wird es dabei sowohl für Journalisten als auch für andere Kreative unerlässlich sein, sich eine gewisse Medienkompetenz anzueignen. Dies sei die Voraussetzung, um mittel- und langfristig Aufmerksamkeit für das Verbreiten wichtiger Inhalte und qualitativ hochwertigen Journalismus zu erzielen.

Im Anschluss an die Sessions boten die Veranstalter*innen neben der Möglichkeit zum gemeinsamen Reflektieren und Vernetzen noch ein besonderes Abendprogramm an: Der piqd Salon war zu Gast in Oberhausen und stellte drei spannende Geschichten aus dem journalistischen Geschehen des letzten Jahres vor.

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Thema Daten @ Utopiastadt in Wuppertal

Unter dem Titel „Hidden, lost & data driven – Wo sind die Werte im Meer der Daten?“ diskutierten am 25. Oktober in Wuppertal im CREATIVE.Space Utopiastadt über 60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kreativwirtschaft über eine neue Datenkultur, ein neues Werteverständnis und die Definition von Glück und Zufriedenheit.

Daten, Werte, Wertschätzung

Die dritte Station der von CREATIVE.NRW initiierten Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ fand in Kooperation mit dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent), dem Wuppertal Institut und dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) statt. In Workshops konnten sich die Teilnehmer über die Projekte „Wohlstandstransformation Wuppertal“, das „GeoPortal des guten Lebens“ und über die „Glücklich in Wuppertal“-App der jeweiligen Projektträger informieren und austauschen. So wurde über die Themen Daten, Werte und Glück zunächst in kleinen Gruppen diskutiert.

Das von Joachim Beck (Beck und Consorten) moderierte Panel zeigte im Anschluss durch spannende Impulse der Referenten teils auch persönliche Ein- und Ausblicke in das jeweilige Werteverständnis. So stellte CREATIVE.NRW-Projektleiterin Carolin Paulus zu Beginn heraus, dass es schwer sei, die Werte der Kultur- und Kreativwirtschaft zu messen, und sich auch ihre Produkte entsprechend schlecht quantifizieren und qualifizieren lassen. Aus diesem Grund brauche die Kultur- und Kreativwirtschaft erst recht noch mehr Aufmerksamkeit für ihre „Hidden Values“. Dorothee Becker (Gebr. Becker) machte deutlich, dass es nicht die Qualität ihrer Vakuumpumpen allein sei, warum ihr mittelständisches Unternehmen als eines von wenigen weiterhin Erfolg habe – die besondere Unternehmenskultur sei es, die sie gegenüber Kunden und Partnern von ihren Wettbewerbern unterscheide. Berührungspunkte mit Kreativen habe ihr Unternehmen im Produktdesign und im Marketing, in dem Kreativen die Aufgabe zukomme, diesen „Hidden Value“ der Einzigartigkeit zu vermitteln.

Mit den Worten „Würde ist die Währung einer gerechten Gesellschaft“ leitete Helge Lindh (Bundestagsabgeordneter) seinen Impuls ein und stellte fest, dass man bestimmte Werte erst verknappen müsse, damit sie wieder wertgeschätzt werden könnten. Über die Bedeutsamkeit von Daten, die mit Inhalten hinterlegt sind, und die Notwendigkeit einer differenzierten Daten-Diskussion sprach Matthias Hornschuh (Komponist, Mitglied des CREATIVE.Board). Darüber hinaus machte er auf die Problematik aufmerksam, dass Kreative auf Grund ihrer intrinsischen Motivation für ihre Arbeit immer ein Stück weit erpressbar bleiben werden. Abschließend plädierte Prof. Dr. Lutz Becker (Hochschule Fresenius) dafür, Daten von den großen Plattformen zurückzuerobern und sie etwa von Genossenschaften treuhänderisch verwalten zu lassen.

Die Teilnehmer hatten zum Abschluss noch die Möglichkeit, ihre Eindrücke über ein Online-Abstimmungstool einzubringen. Unter den Stichworten „Zuversicht“, „Motivation zu mehr Kreativität“, „Input“ und „Antrieb“ ließen die Besucher den Abend im Café Hutmacher ausklingen.

Zur nächsten Veranstaltung der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ zum Thema „Aufmerksamkeit“ lädt CREATIVE.NRW gemeinsam mit dem CREATIVE.Space MediaLAB.NRW am 12. Januar nach Oberhausen ein. Weitere Informationen dazu in Kürze hier.

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Thema Beziehungen @ Heimatdesign in Dortmund

Welche Strategien, Werkzeuge und Ressourcen lassen sich fachübergreifend einsetzen, um unternehmerische Beziehungen erfolgreich zu gestalten? Kreativschaffende und Interessierte waren eingeladen, am 12. September im Rahmen der Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ in Dortmund mit dem Netzwerk Heimatdesign Lösungsansätze zu erarbeiten.

Erfolgreich Beziehungen gestalten

Vernetzt euch! Die Botschaft der Veranstaltung „Erfolgreich Beziehungen gestalten“, die am 12. September im Rahmen der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ in Dortmund bei Heimatdesign stattfand, war am Ende deutlich: Engere Kooperation und permanente Beziehungsarbeit sind (nicht nur) zwischen Start-ups und Designern der Schlüssel für eine glückliche Beziehung.

Der Tag begann mit dem Besuch einer Ausstellung zur Inspiration: Wie Personen, Institutionen und Objekte in medialer Kunst interagieren, wurde den Teilnehmern bei einer Führung durch die Installationen und Werkserien des Künstlerduos Korpys und Löffler im HKMV im Dortmunder U veranschaulicht. Inspiriert von der Medienkunst ging es weiter zum Brückcenter. In dem zum Teil leerstehenden Einkaufszentrum wurde ein Ladenlokal zur Spielstätte der Veranstaltung. Jörg Stüdemann, Stadtdirektor und Kulturdezernent der Stadt Dortmund, begrüßte die Gäste und stellte die Bedeutung der Vernetzung heraus: „Kreative müssen vernetzt zusammenarbeiten, wenn sie erfolgreich sein wollen.“ An dem kreativwirtschaftlichen Erfolgszug der Region haben laut Stüdemann viele Akteure ihren Beitrag geleistet, insbesondere lobte er die engagierte Arbeit von Heimatdesign. Ein neuer Ort für kreativwirtschaftliche Nutzung und Vernetzung hätte nach den Plänen von Philip Hartmanis von der Agentur Neovaude, die er in einer Präsentation vorgestellt hat, auch das  Brückcenter werden können. Diese Pläne wurde allerdings eine Woche vor der Veranstaltung abgelehnt, da dort zukünftig neuer Wohnraum entstehen soll.

Im Anschluss erarbeiteten die TeilnehmerInnen in drei Workshops Methoden, Tools und Strategien für die verschiedenen Stadien von Beziehungen zwischen Start-ups und Kreativschaffenden. Im ersten Workshop „treffen / anbahnen / kennenlernen“ unter der Leitung von Simon Hombücher, Innovationsmanager und Leiter der Innovationsfabrik an der Universität Duisburg-Essen, ging es viel um Vertrauen. Da Designer die Identität von Unternehmen gestalten, sollte man sie von Beginn an in alle Prozesse mit einbinden, ihre Arbeit entsprechend wertschätzen und auch wissen, was sie alles leisten können. Im Gründungsprozess und besonders im Business- und Budgetplan sollte daher die Designleistung eine elementare Rolle spielen. Ein Tipp für die Designer: Öfter mal die Kundenbrille aufsetzen und die eigenen Angebote verständlicher kommunizieren.

Um den Beziehungsstatus „verstehen / vertrauen / verbrüdern“ ging es im Workshop mit Bernd Fesel vom european centre for creative economy (ecce). Die Teilnehmer waren sich einig darin, dass es in Beziehungen auch immer um Empathie geht, deswegen sollte man sie auch dann pflegen, wenn sie gerade keinen „Ertrag“ bringen. Darüber hinaus sollte man sich immer auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Immaterielle Werte sollten ebenso wie materielle geschätzt werden.

Über die harten Fakten wurde im Workshop „etablieren / stabilisieren / entwickeln“ unter der Leitung von Martin Kiel, Codecentric AG, diskutiert. Zentrale Erkenntnis: Beziehungen müssen ständig neu verhandelt werden – es ist ein ständiger Arbeitsprozess, eine gute Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten, den Status „jetzt ist es fertig“ gibt es nicht.  

In der anschließenden Diskussion, an der auch Carmen Radeck von Ruhrgründer.de teilnahm, wurde die Problematik herausgestellt, dass Start-ups oft nicht die Notwendigkeit sehen, in eine strategische Design-Dienstleistung zu investieren. Eine Studie des Deutschen Markenmonitors bestätigt jedoch, dass die Folgen einer fehlenden Designkompetenz im Unternehmen nicht nur die Markenführung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit bedrohen. Bei Drinks und Snacks wurden der Abend genutzt, um erfolgreich Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

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Thema Einzigartigkeit @ Wasserschloss Reelkirchen e.V.

Einzigartigkeit als Alleinstellungsmerkmal: Wie Einzigartigkeit als Chance genutzt werden kann, hat „Unique – Einzigartigkeit als Währung der Zukunft“, der Auftakt zur Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“, am 2. August in Blomberg gezeigt. Kreativschaffende aus ganz NRW setzten sich mit der Einzigartigkeit des Gastgebers Wasserschloss Reelkirchen e.V. auseinander.

Unique - Einzigartigkeit als Währung der Zukunft

Als Einstieg in den Tag wurden die Besucher zunächst von Sigrun Brunsiek, Vorstand Wasserschloss Reelkirchen e.V., durch das „FREIRAUM-LEERSTAND“-Projekt in Blomberg geführt. Vier leerstehende Ladenlokale wurden eine Woche lang von Künstlern bespielt, wodurch der ruhige Ort auf eine ganz besondere Art und Weise belebt und Platz für einzigartige Experimente geschaffen wurde. Neben einem „Entwicklungsbüro für Visionen“, einem Aktionsraum für Objekte zum Thema Recycling und Upcycling, haben auch Studenten der Universität der Künste Berlin ein Lokal mit einem Container besetzt, um so die Tristesse des leeren Geschäftes widerzuspiegeln. So hat u.a. Laura Schlütz, vom CREATIVE.Space Paderborner Kreaturen e.V., hat in ihrer „Andersschneiderei“ ungeliebte Kleidungsstücke zu neuen Kreationen umgeschneidert und die Geschichten der Textilien festgehalten.

Im Anschluss ging es weiter nach Reelkirchen. Bevor die Teilnehmer durch das Wasserschloss geführt wurden, bekamen sie bei einem Rundgang durch das Dorf Reelkirchen einen Eindruck von der Umgebung und dem Kontext, in dem der Verein agiert. Eine tausendjährige Eiche, eine romanische Kirche und eine urige Kneipe, in der die Zeit stehen geblieben scheint, vermitteln die Einzigartigkeit dieser Ortschaft. Zurück im Wasserschloss gab es aufwändig renovierte und künstlerisch gestaltete Tapetenzimmer und imposante Räumlichkeiten zu bewundern. Der Verein Wasserschloss Reelkirchen wurde 2014 gegründet mit dem Ziel, Kunst und Kultur abseits des Urbanen als Experimentierfeld zu begreifen, und beherbergt mehrere Künstler, die mit ihren Kunstwerken in die Region hineinwirken.

Wie solche Regionen, im speziellen aber Räume kreiert werden können, vermittelte Prof. Eva Filter in dem Vortrag „Was braucht ein kreativer Raum?“. Ein Raum sollte ihrer Ansicht nach ein Wir-Gefühl kreieren und Beziehungen herstellen, er sollte einen Anker schaffen, mit dem man sich verbindet, und so eine Identifikation erzeugen. Gute Innenraumkonzepte verzahnen den geometrischen Raum mit ergonomischen Körperformen und gehen auf die Choreografie der Bewegung des Körpers ein. Indem die rund 40 Gäste alle zehn Minuten dazu aufgefordert wurden, einen Platz weiter zu rutschen, hat sich jeder immer wieder neu mit der Wirkung des Raumes auseinandergesetzt. Fabian Seibert, vom CREATIVE.Space designmetropole aachen, präsentierte in seinem Vortrag „Mit Guerilla-Aktionen Gemeinschaft und Sichtbarkeit aufbauen“ verschiedene lokale Aktionen mit Überraschungseffekt. Als Design-Kollektiv hat die designmetropole aachen z.B. in einer Nacht- und Nebelaktion fast alle Ortseingangsschilder der Stadt Aachen mit ihrem Schriftzug „Designmetropole“ versehen. Um dem Museum Aachen zu mehr Besucherzahlen zu verhelfen, wurde das Museum mit IKEA-Fahnen bestückt, und es wurden Kötbullar verkauft. Weitere erfolgreiche Aktionen waren der „Tag der offenen Toiletten“, mit dem die Kreativen Passanten zur Besichtigung einer Schloss-Location motivieren wollten, oder die Verteilung von Knöllchen, die als Freikarten für ein Museum dienten. Inspiriert von den Vorträgen diskutierten die TeilnehmerInnen noch über Ideen, wie das Wasserschloss zukünftig weiter an Aufmerksamkeit gewinnen kann und mit welchen Mitteln eine bessere Kommunikation nach außen erfolgen könnte. Da alle Teilnehmer ein großes Interesse an der weiteren Erarbeitung von gemeinsamen Projekten signalisierten, werden alle Interessenten zu einem weiteren Workshop-Tag eingeladen.

Der künstlerische Teil des Tages wurde im Schlossgarten von der Sound-Installation der Künstlerin Anna Korsun mit dem Stück „The Times of the Owls Flight“ eingeleitet, die das Publikum zum Flanieren und Insichkehren einlud. Weniger ruhig, eher aufbrausend und gewaltig war die akustische Installation „Reconstruction of The Symphony of Industrial Horns“ des Künstlers Sergey Khismatov, die mit einer Kombination aus Fliegerangriff- und Bombardement-Klängen die Idylle des Wasserschlosses für einen kurzen Moment durchbrach.

Der Bürgermeister der Stadt Blomberg, Klaus Geise, würdigte in seinem Grußwort das Engagement des Vereins und die authentische Erhaltung des Wasserschlosses: „Die Einzigartigkeit dieses Ortes ist der Kompetenz und dem Engagement der Akteure zu verdanken, die ein kulturelles Musterprojekt geschaffen haben, welches für die künstlerische und kulturelle Bedeutung unserer Stadt von hoher Bedeutung ist.“ Die Tatsache, dass der Bürgermeister an diesem Abend zum ersten Mal das Wasserschloss Projekt besuchte, zeigt, dass die Veranstaltung nicht nur in den Reihen der Kreativschaffenden Aufmerksamkeit erzielt hat, sondern auch Politik und Verwaltung auf wichtige Themen aufmerksam gemacht hat.

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