Vernetzt euch!

Die Botschaft der Veranstaltung „Erfolgreich Beziehungen gestalten“, die am 12. September im Rahmen der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ in Dortmund bei Heimatdesign stattfand, war am Ende deutlich: Engere Kooperation und permanente Beziehungsarbeit sind (nicht nur) zwischen Start-ups und Designern der Schlüssel für eine glückliche Beziehung.

Der Tag begann mit dem Besuch einer Ausstellung zur Inspiration: Wie Personen, Institutionen und Objekte in medialer Kunst interagieren, wurde den Teilnehmern bei einer Führung durch die Installationen und Werkserien des Künstlerduos Korpys und Löffler im HKMV im Dortmunder U veranschaulicht. Inspiriert von der Medienkunst ging es weiter zum Brückcenter. In dem zum Teil leerstehenden Einkaufszentrum wurde ein Ladenlokal zur Spielstätte der Veranstaltung. Jörg Stüdemann, Stadtdirektor und Kulturdezernent der Stadt Dortmund, begrüßte die Gäste und stellte die Bedeutung der Vernetzung heraus: „Kreative müssen vernetzt zusammenarbeiten, wenn sie erfolgreich sein wollen.“ An dem kreativwirtschaftlichen Erfolgszug der Region haben laut Stüdemann viele Akteure ihren Beitrag geleistet, insbesondere lobte er die engagierte Arbeit von Heimatdesign. Ein neuer Ort für kreativwirtschaftliche Nutzung und Vernetzung hätte nach den Plänen von Philip Hartmanis von der Agentur Neovaude, die er in einer Präsentation vorgestellt hat, auch das  Brückcenter werden können. Diese Pläne wurde allerdings eine Woche vor der Veranstaltung abgelehnt, da dort zukünftig neuer Wohnraum entstehen soll.

Fotos: Dennis Treu

Im Anschluss erarbeiteten die TeilnehmerInnen in drei Workshops Methoden, Tools und Strategien für die verschiedenen Stadien von Beziehungen zwischen Start-ups und Kreativschaffenden. Im ersten Workshop „treffen / anbahnen / kennenlernen“ unter der Leitung von Simon Hombücher, Innovationsmanager und Leiter der Innovationsfabrik an der Universität Duisburg-Essen, ging es viel um Vertrauen. Da Designer die Identität von Unternehmen gestalten, sollte man sie von Beginn an in alle Prozesse mit einbinden, ihre Arbeit entsprechend wertschätzen und auch wissen, was sie alles leisten können. Im Gründungsprozess und besonders im Business- und Budgetplan sollte daher die Designleistung eine elementare Rolle spielen. Ein Tipp für die Designer: Öfter mal die Kundenbrille aufsetzen und die eigenen Angebote verständlicher kommunizieren.

Um den Beziehungsstatus „verstehen / vertrauen / verbrüdern“ ging es im Workshop mit Bernd Fesel vom european centre for creative economy (ecce). Die Teilnehmer waren sich einig darin, dass es in Beziehungen auch immer um Empathie geht, deswegen sollte man sie auch dann pflegen, wenn sie gerade keinen „Ertrag“ bringen. Darüber hinaus sollte man sich immer auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Immaterielle Werte sollten ebenso wie materielle geschätzt werden. 

Über die harten Fakten wurde im Workshop „etablieren / stabilisieren / entwickeln“ unter der Leitung von Martin Kiel, Codecentric AG, diskutiert. Zentrale Erkenntnis: Beziehungen müssen ständig neu verhandelt werden – es ist ein ständiger Arbeitsprozess, eine gute Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten, den Status „jetzt ist es fertig“ gibt es nicht.  

In der anschließenden Diskussion, an der auch Carmen Radeck von Ruhrgründer.de teilnahm, wurde die Problematik herausgestellt, dass Start-ups oft nicht die Notwendigkeit sehen, in eine strategische Design-Dienstleistung zu investieren. Eine Studie des Deutschen Markenmonitors bestätigt jedoch, dass die Folgen einer fehlenden Designkompetenz im Unternehmen nicht nur die Markenführung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit bedrohen. Bei Drinks und Snacks wurden der Abend genutzt, um erfolgreich Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. 

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ findet am 25. Oktober in Wuppertal beim CREATIVE.Space Utopiastadt zum Thema Daten statt.

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