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CREATIVE.NRW

RÜCKBLICK: THE NRW DESIGN ISSUE

Am 26. und 27. Januar 2018 präsentierte „THE NRW DESIGN ISSUE – TNRWDI“ ausgewählte Modelabels aus NRW in Düsseldorfer Galerien und auf dem Catwalk. ModedesignerInnen und Interessierte hatten darüber hinaus die Möglichkeit, sich bei diversen Fachformaten zu informieren und auszutauschen. Das neue Format wurde erstmals in Zusammenarbeit von CREATIVE.NRW, German Fashion Designers Federation und Düsseldorfer Galerien umgesetzt.

Den Startschuss für das neue Veranstaltungsformat gab am Freitag ein Workshop, bei dem Norma Quinto (Geschäftsführerin QUINTO) und Ronny Schröder (Modedesigner und Gründer des Labels ESDE) ihre Einblicke und Erfahrungen zum Thema Internationalisierung von Modelabels mit den anwesenden Gästen diskutierten. Ronny Schröder betonte, dass man in Zeiten, in denen Instagram die wichtigste Präsentationsplattform für Modelabels sei, eine Story erzählen müsse, in der man sein Label so inszeniert, dass es in der Masse auffällt und sich auch international von der Konkurrenz abhebt. Ein weiterer Rat des etablierten Modedesigners ist, sich permanent mit seiner Zielgruppe zu beschäftigen, um entsprechend schnell auf Veränderungen reagieren zu können und immer am Puls der Zeit zu sein. Die Modeexpertin Norma Quinto berichtete, dass Modelabels aus Deutschland besonders in China gefragt seien. Dort sei die Kaufkraft enorm hoch, und es bestehe ein größeres Bewusstsein für Qualität und Details als in anderen Ländern.

Fotos: "Getty Images for PLATFORM FASHION”

In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich verschiedene Akteure aus der Branche unter der Moderation von Eva Gronbach (Modedesignerin und Gründerin des Verbandes German Fashion Design Federation), über ihre Lebensläufe, Herausforderungen und Zukunftsvisionen aus. Der bereits international etablierte Düsseldorfer Modedesigner Peter O. Mahler betonte, wie wichtig für ihn die Zusammenarbeit mit Agenten ist. Diese vertreten sein Label weltweit bei Kunden, spielen aber auch im Entwicklungsprozess eine große Rolle, da sie ihm ein wichtiges Feedback geben. „Wer denkt, dass er es alleine schafft, hat schon verloren“, war die Botschaft von Agathe D. Muffert. Die Gründerin des Kölner Underwear-Labels Opaak appellierte für mehr Mut zur Teamarbeit. Sarah Büren, Modedesignerin und Trendforscherin, stellte heraus, dass die Mode heutzutage politischer denn je sei und somit auch einen sehr wichtigen kulturellen Beitrag leiste. Zum Abschluss des Fachtages verdeutlichte Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, die Bedeutung und Beliebtheit von Modeausstellungen. So hat auch sein Museum mit der weltweit ersten Jil-Sander-Ausstellung einen Besucherrekord erzielt. Die Gestaltungshaltung und die entworfenen Kollektionen der Modeikone Jil Sander machten konkrete Aussagen über die gesellschaftlichen Zustände der jeweiligen Zeit. Matthias Wagner K geht es bei der Präsentation von Mode im Museum auch darum, das Denken über Mode in neue Wege zu leiten und das Museum als Plattform und Wissensvermittler zu nutzen.

Parallel dazu trat Mode aus NRW in einen Dialog mit der Kunst: Vier Düsseldorfer Galerien öffneten ihre Türen und präsentierten eine Auswahl aktueller Kollektionen von jungen Modedesignerinnen. So trafen knallbunte Schuhskulpturen auf schlichte Bilder, Taschen auf Schwarz-weiß-Fotografien, Schmuck auf Lichtinstallationen und Unterwäsche auf abstrakte Malerei. Die ausgewählten Modelabels Katharina Beilstein, SECOND.SKIN.STUDIO, Maryvonne Wellen und Opaak konnten die zwei Ausstellungstage gut nutzen, um ihr Netzwerk zu erweitern und internationale Kontakte zu knüpfen.

Einen imposanten Abschluss gab es am Samstagabend mit dem TNRWDI – CATWALK auf dem Areal Böhler. Im Rahmen der Modemesse Platform Fashion präsentierten fünf ausgewählte ModedesignerInnen ihre Kollektionen vor rund 600 Besuchern auf dem Laufsteg. Die Labels STREHLOW, Miaki Komuro, Marianna Déri, JEN MM, machart manufaktur und Peter O. Mahler zeigten innovative Schnitttechniken, japanische Nähkunst, leuchtende Farben und Zero Waste Fashion.

THE NRW DESIGN ISSUE wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW und durch die Zusammenarbeit der Partner CREATIVE.NRW, German Fashion Designers Federation sowie des Verbunds der Düsseldorfer Galerien umgesetzt.

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