Rückblick: CREATIVE.NRW auf der Next Level Conference 2013

"games + wirtschaft", das war das Thema des CREATIVE.NRW-Themenstrangs im Rahmen der Next Level Conference 2013. An zwei Tagen boten über 20 Referenten vielseitigen Input zu den Themen "Qualifikation" und "Markt & Kapital" - und informierten rund 400 Nachwuchstalente und Unternehmer aus der Gameswirtschaft. Ein Rückblick...

TAG EINS - "QUALIFIKATION"

Tag eins des CREATIVE.NRW-Programms der Next Level Conference stand ganz im Zeichen des Themas „Qualifikation“: Über 250 Teilnehmer kamen zu den drei Formaten und diskutierten mit den Panelisten und Rednern Fragen zum Berufseinstieg und der Weiterbildung im Gamesbereich. Die Details:

Panel „Women & Games“
Nadja Bastawi (Two Pi Team), Prof. Dr. Linda Breitlauch (Games Academy Hochschule, GAH), Julia Hiltscher (Turtle Entertainment) und Linda Kruse (The Good Evil) berichteten über ihre unterschiedlichen, aber in jedem Fall non-linearen Wege in die Games-Wirtschaft. Gemeinsam war den Panelistinnen vor allem das Interesse, Games als Instrument des Storytelling zu begreifen.

Panel „Ausbildung + Weiterbildung“
Im Anschluss diskutierten Prof. Björn Bartholdy (Cologne Game Lab), Joachim Ortmanns (AV-Gründerzentrum NRW), Anne Schulz (AIM KoordinationsCentrum) und Carsten Widera-Trombach (Crenetic) verschiedene betriebliche und universitäre Ausbildungsmöglichkeiten. Neben Absolventen der verschiedenen Studiengänge in NRW seien auch Quereinsteiger willkommen: Skills und Persönlichkeit seien wichtiger als formale Abschlüsse.

-- Fotos des Events finden sich weiter unten und in dieser Facebook-Galerie. --

Ringvorlesung: Game Design – Neue Trends und Entwicklungen
Die abschließenden Vorträge befassten sich mit Trends und Entwicklungen in der Games-Branche. Jörg Niesenhaus (Centigrade) bewertete Trends wie Cloud Games, Mobile Devices, Second Screen, Augmented Reality, Sensorik, Virtual Reality und Konsolentechnologien. Sein Fazit: Innovationen sind nicht zwangsläufig mit technischen Neuheiten verbunden.

Laut Prof. Dr. Linda Breitlauch ist Spielen gut für den Einzelnen – und für die Gesellschaft. Studien zeigten, dass Games kognitive Fähigkeiten und Intelligenz zugleich förderten. Entscheidend für den Erfolg eines Games sei dessen Fähigkeit, Spielfreude hervorzurufen – dafür dürfe es nicht zu einfach sein, es müsse auch mal frustrieren.

Spielentwickler Krystian Majewski berichtet abschließend über Trends im Bereich Independent Games, die in Nischen erfolgreich sind, die Majors nicht oder nicht mehr besetzen. Grundsätzlich gebe es bei den „Indies“ ein besonderes Storytelling: Es gehe nicht darum, als „Held“ etwas richtig zu machen, sondern im Laufe einer Geschichte besondere, einzigartige Momente zu erleben.

Offizielle Eröffnung der "Next Level Conference 2013"
Claudia Nussbauer, Leiterin des Referats Kreativwirtschaft im Wirtschaftsministerium NRW, nahm an der Eröffnungsdiskussion am Abend teil. Gemeinsam mit Veranstalter Dr. Christian Esch (NRW KULTURsekretariat), Jörg Studemann (Stadt Dortmund) und Anke Mützenich (Familienministerium NRW) blickte sie auf die Ergebnisse des Tages und auf die Zusammenarbeit entlang der drei Stränge Wirtschaft, Kunst und Bildung.

-- Weitere Impressionen gibt es in dieser Facebook-Galerie. --

TAG ZWEI - "MARKT & KAPITAL"

An Tag zwei der Konferenz versammelten sich nochmals rund 150 Unternehmer und Gründer, um über die Themen „Markt & Kapital“ zu diskutieren und sich zu informieren. 

Vortrag „Zum eigenen Game Studio – in vier einfachen Schritten“
Marcus Bösch und Linda Kruse, gemeinsam „The Good Evil“, berichteten über den Weg zum eigenen Game Studio. Das Team aus Köln unterstrich in seinen Ausführungen, dass es einen langen Atem braucht, um erfolgreich eine GmbH zu gründen. „Holt euch Hilfe von Mentoren, informiert euch und findet eine Nische!“ Das ist das Learning aus ihrem ersten erfolgreichen Geschäftsjahr.

Panel „(Ad)Venture Capital – Der richtige Weg zur Finanzierung“
Geld ist zwar nicht alles. Dennoch unterstrich Marcus Bösch (The Good Evil), dass neben Förderungen der Know-how-Transfer innerhalb der Branche und durch Initiativen wie die Kultur- und Kreativpiloten einen unbezahlbaren Mehrwert in der Gründungsphase bieten. Auch das Networking dürfe nicht unterschätzt werden: „Kaffee-Trinken und Leute treffen, so einfach kann die Rezeptur sein.“

Till Hardy (Film- und Medienstiftung NRW) berichtete in diesem Zusammenhang über das Förderprogramm „Audiovisuelle Inhalte“. Werner Kindsmüller (NRW.BANK) unterstrich im Fortlauf der Diskussion, dass Banken anders funktionieren als die Branche denke. Er wies darauf hin, dass Förderinstrumente derzeit noch unpassend für die Bedarfe der Games-Industrie und anderer kreativer Branchen seien. Das Problem: Das Wissen über die junge Branche fehle oftmals innerhalb der Banken - und Sicherheiten können schwer eingeschätzt werden. Kindsmüller riet zu einer extensiven Markt-Recherche, der Information über die Art und Weise, wie Banken ihre Kredite vergeben.

Wilhelm Corzilius (Wirtschaftsförderung Dortmund) empfahl die aktive Ansprache der Hausbanken und die Teilnahme an Beratungsformaten, wie start2grow. Gründern helfe es nicht nur auf eine Karte bei der Kapitalakquise zu setzen. Mehrere Wege führen zum Erfolg.

Panel „Regionaler oder globaler Erfolg“
Wie richte ich meine Games-Firma & Produkte richtig auf den deutschen und internationalen Markt aus? Guido Doublet (Takomat), Almut Schmitz (NRW.International) Arne Gels (Zone 2 Connect), Thomas Friedmann (Funatics und G.A.M.E. Bundesverband) diskutierte diese und andere Fragen zum Thema Marktzugang.

Das Fazit: Produkt Entwicklung muss global angepasst werden. Gerade Spiele aus Deutschland werden oft als zu komplex wahrgenommen und auch bei der Farbgebung verfolge man andere Standards. Ein Schlüssel zum internationalen Erfolg ist der Aufbau eines internationalen Teams. Arne Gels befürwortete die Entwicklung und das Testen von Spielen auf hiesigen Märkten um Stärken und Schwächen der Produkte vorab zu testen und die Spiele somit fit für den internationalen Handel zu machen. Den Einstieg hier erleichtern EU-Fröderungen wie das Programm Horizon 2020. Diese Programme erfordern zwar einen langen Atem und erzeugen erheblichen Aufwand bei der Beantragung, seien aber dennoch viele chancenreich.

Speedmentoring „Meet your peers!“
5 Minuten Intensivberatung bei jeweils 4 Experten: Beim Speedmentoring holten sich Gründungsinteressierte und junge Gamesunternehmer wertvolle Kontakte und Informationen zu ihren aktuellen Fragestellungen. Torben Kohring (Spieleratgeber NRW), Joachim Ortmanns (AV-Gründerzentrum NRW), Stefanie Waschk (MEDIEN.NRW) und Nadia Zaboura (CREATIVE.NRW) standen in diesem Format Rede und Antwort – und halfen bei der Orientierung zu Netzwerken, Kapitalsuche und Gründersupport.

Abschlussdiskussion
Für die Abschlussdiskussion der "Next Level Conference" saß Nadia Zaboura, Beraterin bei CREATIVE.NRW auf dem Podium, gemeinsam mit Dr. Christian Esch (NRW KULTURsekretariat), Jonas Hansen (Kunsthochschule für Medien Köln), Valentina Hirsch (ZDF/Pixelmacher) und Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut). Die Abschlussdiskussion wurde am 2. Februar von WDR 3 gesendet, zum Nachhören genügt ein Klick auf diesen Link (Thema Kreativwirtschaft ab Minute 27:14).

CREATIVE.NRW dankt allen Referentinnen und Referenten, dem Hauptveranstalter NRW KULTURsekretariat und den Kooperationspartnern der Next Level Conference 2013 für die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit!

Die Next Level Conference 2013 wurde veranstaltet vom NRW KULTURsekretariat, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW sowie der Stadt Dortmund. Veranstaltungspartner sind CREATIVE.NRW, ComputerProjekt Köln e.V., die Kunsthochschule für Medien (KHM) Köln und das Dortmunder U.