Rückblick c/o pop Convention 2018

Am Freitag, dem 31. August ging die c/o pop Convention 2018 zu Ende – und hinterließ ihren Teilnehmern nach zwei inhaltsreichen Tagen viel neuen Stoff zum Nach- und Weiterdenken, zum Anknüpfen, direkten Umsetzen und Experimentieren, aber auch zum persönlichen Engagement.

Insgesamt 1.100 Fachbesucher waren in die IHK Köln zur c/o pop Convention gekommen, die am Donnerstag, dem 30. August 2018 von NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Pinkwart eröffnet worden war. Er betonte die Bedeutung der Kreativen als Vorreiter und Impulsgeber für die gesamte Wirtschaft in Sachen Innovation und Digitalisierung. Über die c/o pop Convention sagte er: „Hier werden nicht nur wichtige Wirtschaftszweige für die Menschen in NRW vorgestellt und diskutiert, sondern zukünftige Entwicklungen der Musik-, Kreativ- und Digitalbranche vorweggenommen.“

Um Digitalisierung im Allgemeinen und Augmented und Virtual Reality, also den Extended Realities, im Speziellen ging es auch beim Roundtable des CREATIVE.Board von CREATIVE.NRW, der am Rande der c/o pop Convention stattfand und Prof. Dr. Pinkwart zu Gast hatte. Der Minister bat die dort versammelten Vertreter der diversen Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie alle Interessierten ausdrücklich darum, sich in die Debatte zur „Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen“ einzubringen.

Fotos: Anna Jaissle

Aktive Teilhabe war auch in den anderen Panels und Workshops gefragt, insbesondere in dem von CREATIVE.NRW gehosteten und von Anja Backhaus moderierten Themenstrang „The Future of Spaces: Von Räumen für neue Arbeit“ im Rahmen des Programmbereichs INTERACTIVE am Donnerstag, dem 30. August.

Der internationale Impuls kam von Rachel Sibley, Gastdozentin an der VR/AR Faculty der Singularity University in Kalifornien, die zuvor auch beim CREATIVE.Board gesprochen hatte. Sie legte eindrucksvoll dar, welche Chancen und Potenziale Augmented und Virtual Reality als Formen des „Spatial Computings“ für Wirtschaft und Gesellschaft bergen. Sie erleichtern und demokratisieren den Zugang zu Informationen und machen Komplexes durch räumliche Darstellung anschaulich und leichter verständlich – ob es um die Anatomie einer Katze geht oder um Unternehmensdaten. Sie erlauben es, in reale und imaginäre Welten von Gestern und Heute einzutauchen, und schaffen neue Räume der Begegnung und der Zusammenarbeit. Nicht zuletzt eröffnen sie vollkommen neue Möglichkeiten, Ideen zu repräsentieren und zu teilen – und ändern dadurch auch die Art der Ideen. Die Lösungen seien sowohl auf Hardware- wie auf Software-Seite prinzipiell schon vorhanden, aber noch nicht mainstreamtauglich. Sobald es Standards für Komfort, Sicherheit und digitale Rechte gebe, würden die Technologien die Möglichkeit bieten, großartige Innovationen zu gestalten – dazu gehören insbesondere auch neue Formen der Kollaboration in realen und virtuellen Räumen.

Eine Session zum Thema Extended Realities (XR) brachte rund 40 ExpertInnen aus den verschiedenen Branchen der Kreativwirtschaft zusammen. Ob Industriedesign, Architektur oder Darstellende Künste: Die Vertreter der jeweiligen Branchen machten deutlich, wie groß die Schnittmenge zu der sich gerade aus verschiedenen Branchen heraus formierenden XR-Branche ist und welche Potenziale die Zusammenarbeit birgt. Wichtig sei vor allem das Schaffen eines Rahmens, der unter anderem auch durch ethische Grundlagen ökonomische Erfolge der XR-Branche nachhaltig sicherstelle. Nur so könne NRW langfristig eine Spitzenposition im Bereich der neuen digitalen Realitäten einnehmen. Der Workshop legte einen Grundstein für weitere cross-sektorale Aktivitäten.

Im von Peter Schreck (Idea Republic), Musikerin Anke Johannsen und Thomas Klug (cogitamus) facilitierten Dialog-Workshop „Spaces for New Work“ u.a. mit Judith Behmer (Rheingold Institut) und Doris Hallerbach (Deutsche Telekom) standen der Mensch und dessen individuellen Bedürfnisse im Vordergrund. Denn neben den optimierten physischen Arbeitsbedingungen braucht es vor allem auch stimmige soziale Räume, in denen die Zukunft der Arbeit stattfinden soll.

Marc T. Nicolaisen von Steelcase und Verena Augustin von der Agentur IXDS zeigten, wie „Arbeit als (Er)Lebensraum“ heute und in Zukunft aussehen kann. Zwei Best-Practice-Beispiele aus Köln und Düsseldorf rundeten den Themenstrang „The Future of Spaces“ ab. Ralf Nähring von dreiform ließ die Entstehung der außergewöhnlichen Büroräume seiner Agentur Revue passieren. Die Gründer von Pointreef stellten ihr noch junges Start-up vor, das Räume mit Hilfe von 3-D-Scans virtuell erleb- und begehbar macht.

Resümiert und diskutiert wurden die vielen neuen Eindrücke bei der abschließenden Reception auf dem Börsenplatz vor der IHK. Dabei wurde vor allem eines klar: Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten und die Menschheit vor immer neue Herausforderungen stellen. Es liegt an jedem Einzelnen, sich dafür einzusetzen, die Entwicklung in eine für die Menschen positive Richtung zu lenken.

Bei der parallel stattfindenden 15. Ausgabe des c/o pop Festivals erlebten rund 30.000 BesucherInnen 170 Acts auf insgesamt 30 Bühnen.

Im kommenden Jahr laden c/o pop Festival und c/o pop Convention zwischen 1. und 5. Mai 2019 nach Köln ein.

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