Creative.Talk

CREATIVE.NRW sprach mit Robert Mertens, dem neuen regionalen Ansprechpartner für NRW des Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, über Handlungsbedarfe in der Förderung der Branche und die zukünftigen Prioritäten des Kompetenzzentrum.

Herr Mertens, Sie übernehmen seit Januar 2015 den Posten des Regionalen Ansprechpartners des Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes für NRW. Herzlichen Glückwunsch! Wo sehen Sie die Handlungsbedarfe in der Förderung der Branche?

Herzlichen Dank für die Glückwünsche! Uns geht es als Kompetenzzentrum neben dem ganz konkreten Angebot von Gesprächsterminen (Orientierungsberatungen an über 80 Standorten - deutschlandweit), welche wir nach wie vor auch in ganz NRW anbieten und die sich einer regen Nachfrage erfreuen vor allem darum, noch stärker als bisher Trendradar für die Entwicklungen und Themen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft zu sein und diese intensiver mit anderen Branchen zu vernetzen. 

Mögliche Fragen innerhalb der Orientierungsberatung können sein: Wer hilft mir, aus meiner Idee Wert zu schöpfen? Wie finde ich Marktzugänge? Wer sind meine potenziellen Kunden? Zu welchem Preis kann ich meine Leistung anbieten? Aber Handlungsbedarf besteht eben auch weiterhin darin eine stärkere Vernetzung von Kreativen als Gestalter und Mehrwertstifter für andere Branchen zu fördern - Industrie 4.0, Smart Cities oder die kreative Energiewende, all diese Bereiche können vom Innovationspotenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren. Deshalb werden wir zu diesen und weiteren Themen mit spannenden Inhalten rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft Informations- und Vernetzungsveranstaltungen anbieten  – mit Kreativen, für Kreative.

Wir fragen jeden Monat kreative nach Ihrem Erfolgsrezept. Was ist Ihrer Meinung nach essentiell bzw. was möchten Sie den Kreativen in NRW mit auf den Weg geben?

Als Kreativer wirtschaftlich erfolgreich arbeiten – dafür gibt es meiner Ansicht nach kein standardisiertes Erfolgsrezept, denn die kreativen Geschäftsideen sind ebenso unterschiedlich wie ihre Macher und Erfinder. Dies ergibt sich bereits aus der Kleinteiligkeit der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Daher ist es notwendig auf die individuellen Fragen der Akteure einzugehen. 

Sie kommen selber aus der Kreditwirtschaft: Welche Erfahrungen bringen Sie aus Ihrer vorherigen Tätigkeit mit?

Seit 14 Jahren bin ich selbst erfolgreicher Kreativunternehmer. In meinen Anfängen habe ich selbst eine Beratung in Anspruch genommen und weiß um die Wichtigkeit eines solchen Angebots. Seit 2010 berate und coache ich selbst andere Kreativunternehmer. Ich bin zusätzlich ausgebildeter Jurist und meine Schwerpunkte liegen neben dem Coaching von Kreativunternehmern in der Kulturvermarktung und im Veranstaltungsmanagement.

Wo sehen Sie NRWs Kreativwirtschaft in 5 Jahren?

Ich würde mich freuen wenn andere Branchen außerhalb der Kultur - und Kreativwirtschaft die Innovationskraft der Branche erkennen und es in Zukunft immer mehr zu einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit kommt – Partnering und Matchmaking also zum Alltag gehört.