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Kreatives Europa: Budgets 2022 zur Unterstützung der Kultur- und Kreativbranche

Die EU-Kommission hat am 13. Januar 2022 das Arbeitsprogramm 2022 für das Programm „Kreatives Europa“ angenommen. Die entsprechenden Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen werden in den kommenden Monaten folgen. Mit einem Budget von rund 385 Mio. Euro – fast 100 Mio. Euro mehr als 2021 – verstärkt das Programm seine Unterstützung für die Kultur- und Kreativbranche. Damit reagiert es auf die Herausforderungen, die sich aus der COVID-19-Krise und dem zunehmenden globalen Wettbewerb ergeben.

Der Aktionsbereich Kultur des Programms umfasst neue Initiativen für die Bereiche Musik, Kulturerbe, darstellende Kunst und Literatur. Darüber hinaus wird ein Mobilitätsprogramm auf den Weg gebracht, das Künstler:innen, Kreativen und Kulturschaffenden die Möglichkeit bietet, für ihre berufliche Weiterentwicklung oder für internationale Kooperationen ins Ausland zu gehen, sich ein neues Publikum zu erschließen, sich an Koproduktionen und Kokreationen zu beteiligen oder ihre Werke vorzustellen.

Im Aktionsbereich MEDIA, der sich auf audiovisuelle Medien konzentriert, wurden mehrere Neuerungen eingeführt. Unter anderem soll die Entwicklung innovativer Videospiele und virtueller Realitätserfahrungen gefördert werden. Eine neue Aktion mit der Bezeichnung „Medien 360°“ soll sich an führende Industrieforen richten, die mit Unternehmen in der gesamten audiovisuellen Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Zur weiteren Förderung von Innovationen wird das MEDIA-Marktportal für vielversprechende Start-ups eingerichtet. Die Zusammenarbeit zwischen Filmfestivals wird durch Netzwerke gestärkt.

Schließlich werden in einem sektorübergreifenden Aktionsbereich die Mittel für das „Labor für kreative Innovationen“, an denen mehrere Kreativbranchen beteiligt sind, aufgestockt – das trägt auch zur Initiative Neues Europäisches Bauhaus bei. Außerdem wird die Unterstützung der Nachrichtenmedien durch zusätzliche Maßnahmen zugunsten der Medienfreiheit ausgeweitet.

Das Programm „Kreatives Europa“ wird außerdem einige Schlüsselfragen aufgreifen, die die Kultur- und Kreativbranche direkt betreffen. So sind durch MEDIA finanzierte Projekte verpflichtet, Strategien für Ökologisierung und Diversität einschließlich Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen. Damit leistet „Kreatives Europa“ einen Beitrag zu den politischen Prioritäten der Kommission für Nachhaltigkeit und Inklusion. 

Der Kultur- und Kreativbranche wird die Nutzung von CulturEU empfohlen, dem neuen Online-Leitfaden für alle verfügbaren EU-Mittel. Auf der interaktiven Website finden sich insgesamt 75 Finanzierungsmöglichkeiten aus 21 verschiedenen EU-Programmen. 

Öffentliche und private Einrichtungen, die in der Kreativbranche tätig sind, können mithilfe der „Kreatives-Europa“-Desks Fördermittel beantragen. In Deutschland sind das Creative Europe Desk KULTUR und das Creative Europe Desk MEDIA​​ Anlaufstellen.

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