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Die new talents – biennale cologne ist die Zukunftsplattform junger AbsolventInnen aus den Bereichen Kunst, Film, Komposition, Choreografie und Design. Im Zweijahresrhythmus werden über 50 KünstlerInnen aus der Region sowie weitere nationale und internationale Gäste im Rahmen eines zweiwöchigen Festivals präsentiert. Direktor und Kurator Jochen Heufelder spricht mit uns über die biennale 2016 und seine Zukunftspläne.

1. Die new talents – biennale cologne feierte in diesem Jahr die fünfte Ausgabe im zehnten Jahr. Was sind Ihre Highlights im Rückblick?

 Highlights: es gab zu viele. 

Aber dennoch:

- die Entdeckung der Choreographie als Sparte und deren Implementierung ins Festival,
- die wunderbaren Erfolge 'unserer' new talents nach ihrer Teilnahme beim Festival. So haben alleine 20 der Teilnehmer aus 2014 inzwischen schon mehr als 60 Preise und Stipendien erhalten. Dies ist eine grandiose Bestätigung der Auswahl unserer Kuratoren durch andere Jurys und Fachleute.
- in 2015 zwei Bürogebäude in der Kölner Innenstadt als Hauptaustragungsort
- in 2016 die Kooperationen mit den Biennalen von Marrakech und Havanna
- in 2016 die solitäre Präsentation der Sparte Design, als eigener Schwerpunkt parallel zur new talents (Kunst-)Biennale

 

2. Was erwartete das Publikum in diesem Jahr? Und welche Rolle spielte das Thema Design?

In 2016 gab es in der Sparte Bildende Kunst/Medienkunst einen Parcours mit 21 Locations in der Innenstadt, mit wunderbaren Beiträgen.

- in der Sparte Komposition erneut zwei Konzerte mit zehn Uraufführungen,
- in der Sparte Choreographie einen Parcours quer durch Köln mit sechs Aufführungen,
- in der Sparte Film eine Wochenende mit insgesamt 11 Filmen in ebensovielen Locations. 

Die Sparte Design hatte eine völlig eigenständige Präsentation mit sieben jungen Designerinnen, sowie zwei Panel-Diskussionen, eine davon wurde vom WDR übertragen.

 

3. Welche Bedeutung hat die new talents – biennale cologne für Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen und die Nachwuchsförderung im Speziellen?

Da die vorgestellten Künstler/innen und Designer/innen nach wie vor ihren Abschluss mehrheitlich in NRW machten, ist die hohe Qualität der vorgestellten Teilnehmer auch ein Beleg für die hohe Qualität der hier erfahrenen Ausbildung. Die hohe Zahl ausländischer Teilnehmer belegt in diesem Zusammenhang den entsprechenden Stellenwert hiesiger Hochschulen im Ausland.

Die new talents - biennale cologne ist in ihrer Struktur als Excellenz-Förderung angelegt, die die besten Absolventen vorstellt. Diese erhalten einen besonderen Support - und eine gesteigerte Aufmerksamkeit.

Erstmals wurden zehn ausgewählte Teilnehmer/innen in zwei Folgeausstellungen erneut präsentiert, in der Kunsthalle Recklinghausen und im Kunsthaus NRW in Kornelimünster. Dies ist unser Beitrag zur neuen individuellen Künstlerförderung des Landes NRW.

 

4. In diesem Jahr kooperierte new talents  mit der Marrakech Biennale und Havanna und begrüßte zwei chinesische Teilnehmer. Wie kamen diese Kooperationen zustande und wird die new talents in der Folge auch ins Ausland expandieren? Welche Bedeutung hat diese internationale Ausrichtung? 

Das Biennalen-Dreieck Marrakech-Havanna-Köln hat sich bisher bestens bewährt. Je zwei Künstler aus den beteiligten Ländern waren drei Wochen in Marrakech als Artists-in Residence. Ihre Abschlussausstellung im Riad Denise Masson war Teil der Parallel-Projects der 6. Marrakech-Biennale. In Köln sind sie alle integraler Bestandteil der new talents - biennale und in Havanna werden sie in 2017 ein offizielles Zwischenprojekt der Havanna-Biennale sein, die auf den November 2018 verschoben wurde. Die Zusammenarbeit mit der Shangai-Akademie, von denen wir zwei Absolventen zeigen, wurde von der Mercator-Stiftung gefördert. Wir werden sehen ob sich dies fortsetzen lässt.

Die Kooperation mit den beiden anderen Biennalen hingegen wurde am 24.5. von deren Direktoren hier in Köln als manifest bezeichnet, hier gibt es inzwischen sogar schon Ausbaupläne. Eine Expansion ins Ausland ist in der Tat schon in Planung, da unser Ansatz in der Biennale-Vielfalt offensichtlich ein Solitär ist. 

Zusätzlich wird auch schon bei anderen Sparten über Kooperationsmöglichkeiten nachgedacht. Wir werden sehen.

 

5. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft der new talents? 

Eine Bestandssicherung. D.h., es wird versucht eine beständige Präsenz des Biennale-Büros in der Innenstadt zu gewährleisten. Die DEG hat hier schon wunderbar gehandelt und uns ein Dauerbüro zur Verfügung gestellt. Der Anfang ist gemacht. Die finanzielle Absicherung in den Biennale-Zwischenzeiten hingegen ist noch vakant, hier gilt es noch Lobby-Arbeit zu machen.

new talents Ausgabe 6 in 2018 wird wiederum ein eigenes Gesicht bekommen - dessen bin ich mir sehr sicher... .