Einzigartigkeit als Alleinstellungsmerkmal

Wie Einzigartigkeit als Chance genutzt werden kann, hat „Unique – Einzigartigkeit als Währung der Zukunft“, der Auftakt zur Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“, am 2. August in Blomberg gezeigt. Kreativschaffende aus ganz NRW setzen sich mit der Einzigartigkeit des Gastgebers Wasserschloss Reelkirchen e.V. auseinander.

Als Einstieg in den Tag wurden die Besucher zunächst von Sigrun Brunsiek, Vorstand Wasserschloss Reelkirchen e.V., durch das „FREIRAUM-LEERSTAND“-Projekt in Blomberg geführt. Vier leerstehende Ladenlokale wurden eine Woche lang von Künstlern bespielt, wodurch der ruhige Ort auf eine ganz besondere Art und Weise belebt und Platz für einzigartige Experimente geschaffen wurde. So hat u.a. Laura Schlütz, vom CREATIVE.Space Paderborner Kreaturen e.V., hat in ihrer „Andersschneiderei“ ungeliebte Kleidungsstücke zu neuen Kreationen umgeschneidert und die Geschichten der Textilien festgehalten.

Im Anschluss ging es weiter nach Reelkirchen. Bevor die Teilnehmer durch das Wasserschloss geführt wurden, bekamen sie bei einem Rundgang durch das Dorf Reelkirchen einen Eindruck von der Umgebung und dem Kontext, in dem der Verein agiert. Zurück im Wasserschloss gab es aufwändig renovierte und künstlerisch gestaltete Tapetenzimmer und imposante Räumlichkeiten zu bewundern. Der Verein Wasserschloss Reelkirchen wurde 2014 gegründet mit dem Ziel, Kunst und Kultur abseits des Urbanen als Experimentierfeld zu begreifen, und beherbergt mehrere Künstler, die mit ihren Kunstwerken in die Region hineinwirken.

Fotos: Patrick Oliver Schirmer und Jan Asbeck 

Wie solche Regionen, im speziellen aber Räume kreiert werden können, vermittelte Prof. Eva Filter in dem Vortrag „Was braucht ein kreativer Raum?“. Ein Raum sollte ihrer Ansicht nach ein Wir-Gefühl kreieren und Beziehungen herstellen, er sollte einen Anker schaffen, mit dem man sich verbindet, und so eine Identifikation erzeugen. Fabian Seibert, vom CREATIVE.Space designmetropole aachen, präsentierte in seinem Vortrag „Mit Guerilla-Aktionen Gemeinschaft und Sichtbarkeit aufbauen“ verschiedene lokale Aktionen mit Überraschungseffekt.Inspiriert von den Vorträgen diskutierten die TeilnehmerInnen noch über Ideen, wie das Wasserschloss zukünftig weiter an Aufmerksamkeit gewinnen kann und mit welchen Mitteln eine bessere Kommunikation nach außen erfolgen könnte. Da alle Teilnehmer ein großes Interesse an der weiteren Erarbeitung von gemeinsamen Projekten signalisierten, werden alle Interessenten zu einem weiteren Workshop-Tag eingeladen. 

Für den künstlerischen Teil des Tages sorgten die Klang-Installationen „The Times of the Owls Flight“ von Anna Korsun und „Reconstruction of The Symphony of Industrial Horns“ von Sergey Khismatov. Der Bürgermeister der Stadt Blomberg, Klaus Geise, würdigte in seinem Grußwort das Engagement des Vereins und die authentische Erhaltung des Wasserschlosses: „Die Einzigartigkeit dieses Ortes ist der Kompetenz und dem Engagement der Akteure zu verdanken, die ein kulturelles Musterprojekt geschaffen haben, welches für die künstlerische und kulturelle Bedeutung unserer Stadt von hoher Bedeutung ist.“ Die Tatsache, dass der Bürgermeister an diesem Abend zum ersten Mal das Wasserschloss Projekt besuchte, zeigt, dass die Veranstaltung nicht nur in den Reihen der Kreativschaffenden Aufmerksamkeit erzielt hat, sondern auch Politik und Verwaltung auf wichtige Themen aufmerksam gemacht hat.

Zur nächsten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ lädt der CREATIVE.Space Heimatdesign am 12. September nach Dortmund zum Thema Beziehungen ein.

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