Einzigartige Netzwerke in NRW: CREATIVE.Spaces 2019

Bereits zum dritten Mal hat CREATIVE.NRW fünf kreative Netzwerke aus NRW mit insgesamt 25.000 Euro für ihre engagierte Arbeit ausgezeichnet. Im Rahmen der Preisverleihung am 26. März im Kölner Startplatz haben die CREATIVE.Spaces 2019 ihre Arbeit vorgestellt und sich mit den rund 80 Gästen bis spät in den Abend vernetzt.

Anja Backhaus stellte in ihrer Anmoderation die Bedeutung der kreativen Akteure für die Gesellschaft heraus. In einer Zeit, in der sich alle Menschen mit komplexen Zusammenhängen auseinandersetzen müssen und sich vieles im Umbruch befindet, sind kreative Lösungen gefragter denn je. Daran anknüpfend gab CREATIVE.NRW-Geschäftsstellenleiterin Claudia Jericho einen kurzen Ausblick auf das neue Metathema, mit dem sich CREATIVE.NRW in den nächsten Jahren in verschiedenen Formaten beschäftigen wird: „Good Work“. Wie schon im letzten Jahr zum Thema „Hidden Values“ werden die neuen CREATIVE.Spaces dieses Leitthema im Rahmen einer Roadshow auf ihre ganz eigene Art und Weise in ihrer jeweiligen Region aufarbeiten und handhabbar machen.

Einen ersten Impuls zum Thema lieferte Dirk Dobiéy, Gründer von Age of Artist, in seinem Vortrag „Künstlerische Intelligenz – Der Stoff, aus dem gute Arbeit geformt wird“: Er verdeutlichte, wie künstlerische Fähigkeiten den Wandel hin zu einer neuen Arbeitskultur beeinflussen können. Die Veränderungen unserer Zeit verlangten nach Fähigkeiten wie Wahrnehmungsvermögen, Reflexionsfähigkeit, Gestaltungskompetenz und Umgang mit Unplanbarkeit, die in besonderem Maße im Künstlerischen zu Hause seien. Organisationen und Unternehmen, die in Zukunft erfolgreich sein wollen, seien auf künstlerisch handelnde Menschen angewiesen.

Fotos: Bozica Babic

Bevor sie ihre Auszeichnung als CREATIVE.Space 2019 erhielten, stellten alle Netzwerke sich und ihre Arbeit vor.

Die Initiative B-Side aus Münster schilderte ihre eindrucksvolle Entstehungsgeschichte. Die zunehmende Privatisierung des Münsteraner Stadthafens hatte dazu geführt, dass Kreative aller Branchen sich gemeinsam bei der Stadt für die Erhaltung eines öffentlichen Freiraums für Kulturangebote eingesetzt hatten – mit Erfolg. Seit 2016 entwickelt die Initiative das Gebäude zu einem selbstverwalteten Kulturzentrum. Größte momentane Herausforderung des Projekts ist die Finanzierung der Sanierung der knapp 2000 qm Fläche. Erklärtes Ziel des B-Side Kollektivs ist nichts Geringeres, als bereits in naher Zukunft „das laut pochende Herz des kulturellen Lebens am Münsteraner Hafen und Hansaviertel zu sein.“

Den Vertretern der Insane Urban Cowboys geht es vor allem um die Wiederbelebung des Gelsenkirchener Viertels Ückendorf. Dem Abwandern von kreativen Akteuren möchte die Initiative mit entsprechenden Angeboten entgegenwirken. Als geeignetes Mittel erschien den Gelsenkirchenern dabei die Virtual-Reality-Technologie, um Leerstand zu bespielen, Inspiration zu schaffen und das Viertel wieder lebendig zu machen. Insbesondere das erste VR-Festival Places im vergangenen Jahr hatte auch über die Grenzen des Ruhrgebiets hinweg für große Aufmerksamkeit gesorgt.

Anstoß für das Bielefelder Kulturhaus e.V. war die Vision von einer zentralen Anlaufstelle in Bielefeld, die kulturelle Vorhaben bündelt und Räume für Kreative anbietet. Nach langer Suche haben die Initiatoren nun ein Gebäude gefunden, in dem das Kulturhaus eingerichtet werden kann. Mit mittlerweile über 100 zukünftigen Mieter*innen ist das Kulturhaus Bielefeld tatsächlich auf dem Weg, zum Knotenpunkt der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bielefeld zu werden.

Trotz der wunderschönen Lage im Grünen wollte am Remscheider Honsberg noch vor ein paar Jahren niemand wohnen. Dem Abriss von acht leerstehenden Gebäuden stemmte sich jedoch eine Gruppe Kreativer entgegen. Seit 2015 erweckt der Verein Ins Blaue das Viertel mit Hilfe von regelmäßigen Konzerten, Festivals und Ausstellungen mit großem Erfolg wieder zum Leben.

Dass es im Sauerland nicht nur Hühner, Schafe und Schweinemist, sondern vor allem auch eine rege Kreativszene gibt, zeigte der Einspieler der Initiative KUNST-WERK am Kaiserhaus. Bereits seit 15 Jahren ist das Netzwerk aktiv, um kulturelle Impulse für die Region Arnsberg zu setzen. Erklärtes Ziel des KUNST-WERK – neben seinem kulturellen Wirken – ist es, verstärkt den Schulterschluss mit der Wirtschaft in der Region zu suchen, um bisher ehrenamtlich erbrachte Leistungen entlohnen zu können und der Kultur- und Kreativwirtschaft zu mehr Wertschätzung zu verhelfen.

Mit der Auszeichnung CREATIVE.Spaces unterstützt CREATIVE.NRW Initiativen, die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen spartenübergreifend vernetzen. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des CREATIVE.Board, wählte die fünf Kreativnetzwerke aus. Termine zur CREATIVE.Spaces Roadshow 2019 werden im Laufe der kommenden Monate hier und auf den Social-Media-Kanälen von CREATIVE.NRW bekanntgegeben.

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