Der Wert von Kunst

Rund 75 Vertreter aus Wirtschaft und Kultur- und Kreativwirtschaft besuchten die Veranstaltung von CREATIVE.NRW und IHK Düsseldorf.

„Der Wert von Kunst – Kunst als Innovationsmotor für die Wirtschaft“: Unter diesem Titel hatten CREATIVE.NRW und die IHK Düsseldorf am 11.4.2011 zu einer Veranstaltung in das NRW-Forum geladen. Rund 75 Vertreter aus Wirtschaft und Kultur- und Kreativwirtschaft waren dieser Einladung gefolgt.

Nach Begrüßungsworten von Dr. Udo Siepmann, IHK Düsseldorf, und Clustermanager Werner Lippert machte der Autor, Cultural Hacker und Künstler Timothy Speed in seinem provokanten Vortrag deutlich, dass es ein Fehler sei, Kunst nur als Produkt und Investment zu sehen und nicht als Innovationsmotor. Die kreativsten Unternehmen seien deshalb so kreativ, weil sie die kreativsten Menschen anzögen, und nicht, weil sie ein Gemälde gekauft oder ihren Mitarbeitern mal ein Kreativwochenende gegönnt hätten.

Die mangelnde Vielfalt in Unternehmen führe zu Mangel an Alternativen und Veränderungsfähigkeit – der regelbrechende Ansatz von Künstlern könne da Abhilfe schaffen. Seine Abschlussthese: „Moderne Kunstförderung hat in Zukunft vielleicht nicht mehr das Werk im Fokus, sondern die Arbeit des unangepassten, kreativen Menschen als Garant einer nachhaltig innovativen Gesellschaft.“

Auch Dr. Stefanie Lucci, freie Kunstmanagerin, Autorin, Kuratorin und PR-Fachfrau, stellte die inspirierende Kraft der Beschäftigung mit Kunst für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter heraus, fokussierte sich in ihrem Vortrag aber auf die Bedeutung von Kunstförderung für die externe Kommunikation.

Nicht nur große, auch kleine und mittlere Unternehmen könnten davon profitieren. Sie stellte dar, wie groß die Bandbreite der Möglichkeiten ist – von Stipendien über die Förderung von Kunstvereinen bis zum medienwirksam verliehenen eigenen Kunstpreis. Für ein glaubhaftes und wirkungsvolles Engagement sei es aber wichtig, ein genau auf das Unternehmen abgestimmtes, nachhaltiges Förderkonzept zu entwickeln.

Dr. Astrid Legge, Kuratorin der Provinzial Rheinland, stellte die drei Säulen des Kunstengagements des öffentlich-rechtlichen Versicherungsunternehmens vor: die eigene Kunstsammlung, die Kultur- und Sozialstiftung und das Sponsoring zeitgenössischer Kunst in rheinischen Museen. Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung für die Region sei für das Engagement ebenso ein Grund wie das Schaffen eines inspirierenden Umfeldes für die Mitarbeiter durch Kunst am Arbeitsplatz.

Beim anschließenden Get-together wurden die Vorträge, Thesen und Beispiele rege diskutiert.

Mehr Information zu
Timothy Speed
Dr. Stefanie Lucci
Dr. Astrid Legge