Daten, Werte, Wertschätzung

Unter dem Titel „Hidden, lost & data driven – Wo sind die Werte im Meer der Daten?“ diskutierten am 25. Oktober in Wuppertal im CREATIVE.Space Utopiastadt über 60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kreativwirtschaft über eine neue Datenkultur, ein neues Werteverständnis und die Definition von Glück und Zufriedenheit.

Die dritte Station der von CREATIVE.NRW initiierten Veranstaltungsreihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ fand in Kooperation mit dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent), dem Wuppertal Institut und dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) statt. In Workshops konnten sich die Teilnehmer über die Projekte „Wohlstandstransformation Wuppertal“, das „GeoPortal des guten Lebens“ und über die „Glücklich in Wuppertal“-App der jeweiligen Projektträger informieren und austauschen. So wurde über die Themen Daten, Werte und Glück zunächst in kleinen Gruppen diskutiert.

Das von Joachim Beck (Beck und Consorten) moderierte Panel zeigte im Anschluss durch spannende Impulse der Referenten teils auch persönliche Ein- und Ausblicke in das jeweilige Werteverständnis. So stellte CREATIVE.NRW-Projektleiterin Carolin Paulus zu Beginn heraus, dass es schwer sei, die Werte der Kultur- und Kreativwirtschaft zu messen, und sich auch ihre Produkte entsprechend schlecht quantifizieren und qualifizieren lassen. Aus diesem Grund brauche die Kultur- und Kreativwirtschaft erst recht noch mehr Aufmerksamkeit für ihre „Hidden Values“. Dorothee Becker (Gebr. Becker) machte deutlich, dass es nicht die Qualität ihrer Vakuumpumpen allein sei, warum ihr mittelständisches Unternehmen als eines von wenigen weiterhin Erfolg habe – die besondere Unternehmenskultur sei es, die sie gegenüber Kunden und Partnern von ihren Wettbewerbern unterscheide. Berührungspunkte mit Kreativen habe ihr Unternehmen im Produktdesign und im Marketing, in dem Kreativen die Aufgabe zukomme, diesen „Hidden Value“ der Einzigartigkeit zu vermitteln.

Fotos: Wolf Sondermann

Mit den Worten „Würde ist die Währung einer gerechten Gesellschaft“ leitete Helge Lindh (Bundestagsabgeordneter) seinen Impuls ein und stellte fest, dass man bestimmte Werte erst verknappen müsse, damit sie wieder wertgeschätzt werden könnten. Über die Bedeutsamkeit von Daten, die mit Inhalten hinterlegt sind, und die Notwendigkeit einer differenzierten Daten-Diskussion sprach Matthias Hornschuh (Komponist, Mitglied des CREATIVE.Board). Darüber hinaus machte er auf die Problematik aufmerksam, dass Kreative auf Grund ihrer intrinsischen Motivation für ihre Arbeit immer ein Stück weit erpressbar bleiben werden. Abschließend plädierte Prof. Dr. Lutz Becker (Hochschule Fresenius) dafür, Daten von den großen Plattformen zurückzuerobern und sie etwa von Genossenschaften treuhänderisch verwalten zu lassen.

Die Teilnehmer hatten zum Abschluss noch die Möglichkeit, ihre Eindrücke über ein Online-Abstimmungstool einzubringen. Unter den Stichworten „Zuversicht“, „Motivation zu mehr Kreativität“, „Input“ und „Antrieb“ ließen die Besucher den Abend im Café Hutmacher ausklingen.

Zur nächsten Veranstaltung der Reihe „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ zum Thema „Aufmerksamkeit“ lädt CREATIVE.NRW gemeinsam mit dem CREATIVE.Space MediaLAB.NRW am 12. Januar nach Oberhausen ein. Weitere Informationen dazu in Kürze hier.

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