CREATIVE.Funding Day: Informationen zu Finanzierung und Förderung

In Vorträgen, Workshops und einem Ausstellungsbereich konnten sich die Besucher*innen des ersten CREATIVE.Funding Day am 10. April im NRW-Forum in Düsseldorf über Förderungs- und Finanzierungsangebote informieren. Kreative Start-ups präsentierten im Anschluss beim Creative Startup Slam ihre Ideen vor dem Publikum und einer Jury.

Nach einer kurzen Begrüßung stellte Moderator Christof Schreckenberg (Feldstärken) in einem Workshop die Effectuation-Methode als unternehmerische Strategie vor. Diese eignet sich besonders für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft, da sie Mechanismen für den Umgang mit Unvorhersehbarkeit bietet, die besonders oft bei Produkten, Dienstleistungen und Innovationen der Kreativen herrscht. Parallel dazu erklärte Arne Oltmann (Angel Engine e.V.) in einem Workshop den Teilnehmer*innen die Vor- und Nachteile einer privaten Finanzierung durch Business Angels. Eine klassische Bankfinanzierung ist in der Regel günstiger als die Finanzierung durch einen Business Angel, da er am Gewinn beteiligt ist und die Banken für Neugründungen geringe Zinsmodelle anbieten. Allerdings haben besonders innovative Start-ups oft Schwierigkeiten, einen Bankkredit zu bekommen, da ihre Geschäftsideen bisher am Markt noch nicht erprobt wurden und das Vertrauen fehlt. Für diese Fälle ist ein Business Angel die richtige Wahl.

Im Anschluss an die Workshops wurde der Ausstellungsbereich eröffnet, und die Besucher*innen konnten sich in Einzelgesprächen zu den Themen Crowdfunding, kulturelle Förderprogramme, Gründungsberatung sowie Medienförderung informieren. Warum die Crowdfunding-Finanzierung mehr ist als nur das reine Geld von der Crowd, verriet Mona Knorr vom Crowdfunding Campus in ihrem Vortrag. Die beiden Best-Practice-Projekte Shift Magazin und Trinkgenosse verdeutlichten den Zuhörer*innen, dass Crowdfunding kein Wundermittel ist, sondern in erster Linie sehr viel Arbeit, die sich auszahlen kann, aber nicht muss. Besonders für die Kreativwirtschaft kann sie ein sehr gutes Mittel sein, um eine Idee oder ein Produkt zu finanzieren. Für derartige Projekte aus NRW bietet CREATIVE.NRW mit CREATIVE.Crowdfunding eine Plattform an.

Fotos: Bozica Babic

Darüber hinaus stellte Ralph Zinnikus von der Bezirksregierung Düsseldorf aus dem Bereich Weiterbildung und Kultur in einem Vortrag die Fördersparten Darstellende Kunst (Theater, Tanz), Musik, Bildende Kunst, Medienkunst, Literatur, Film und Soziokultur vor. Rund um das Thema Neugründung informierte Christiane Kubny von der IHK Düsseldorf, die in ihrer Präsentation die Angebote der landesweit insgesamt 75 STARTERCENTER NRW vorstellte. Von der Erstinformation bis hin zur Individualberatung bieten sie regionale Anlaufstellen für Gründer. Abschließend gab Jessika Kunsleben von der Effizienzagentur NRW noch Einblicke in die Förderangebote mit dem Schwerpunkt Ressourceneffizienz.

Direkt im Anschluss brachte der Creative Startup Slam sechs kreative Projekte auf die Bühne, die vor einer dreiköpfigen Jury, kulturaffinen Investor*innen und einem gespannten Publikum ihre Ideen gepitcht haben. Neben einer userfreundlichen IOT-Anwendung, einer Meditations-App, einer Online-Verkaufsplattform für Kunst, einem Food-Truck, der Ex-Häftlinge beschäftigt, und einem Gamification-Lernsystem für Kinder, hat sich eine Online-Buchungsplattform für Tonstudios als Sieger bei der Jury und dem Publikum durchgesetzt. Die Jury, zu der auch Claudia Jericho (Geschäftsstellenleiterin CREATIVE.NRW) zählte, war begeistert von den vielen innovativen und unterhaltsam präsentierten Projekten. Der Creative Startup Slam wird vom Business Angel-Netzwerk Angel-Engine e.V. veranstaltet in Kooperation mit dem NRW-Forum, CREATIVE.NRW und dem Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Düsseldorf.

tic

tic ist eine Online-Plattform, bei der man private und professionelle Tonstudios mieten und vermieten kann. Es sollen nicht nur Musiker*innen und Produzent*innen von diesem Angebot profitieren, sondern alle, die Musik aufnehmen und verarbeiten möchten (z.B. in der Werbung oder bei Podcasts).

ARTPIQ

ARTPIQ ist eine 2018 gegründete Online-Kunstplattform, die ausschließlich Werke junger Künstler*innen von renommierten Universitäten verkauft. Neben der Online-Plattform organisiert ARTPIQ offline Pop-up-Projekte und plant die Vergabe eines Kunstpreises.

BadBoys!

BadBoys! ist ein Social-Business-Konzept und möchte ehemaligen Häftlingen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtern. Dabei sollen gebrauchte Trucks in Foodtrucks umgebaut werden, um danach bespielt werden zu können.

Portcrash

Portcrash ist ein Lernsystem der musikalischen Früherziehung für Kinder. Es kombiniert z.B. Bücher durch QR-Codes mit Browsergames, bietet Musik zum Mitsingen, ein Mini-Musical für Grundschulen und Theaterbühnen und möchte eine eigenständige App entwickeln.

Senseblock

Bei Senseblock geht es um eine Hardware/Software-Kombination, die es Menschen ohne IT-Kenntnisse ermöglichen soll, interaktive Szenarien im Alltag zu bauen. Dabei sollen auch unterschiedliche Märkte wie Kunst, Erziehung und Marketing angesprochen werden.

Smagotcha

Bei Smagotcha handelt es sich um ein Smartphone-Entwöhnungs-Game. Die Spieler*innen bekommt verschiedene Aufgaben gestellt, wodurch sich der Charakter des „Wesens“ weiterentwickelt. Ziel ist es, einen bewussteren Umgang mit der Smartphonenutzung herzustellen.