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CREATIVE.NRW

Create Media.NRW Gewinner

LAVAlabs Moving Images ist ein Studio für Visual Effects, Animation und Motion Graphics und dreimaliger Gewinner des Leitmarktwettbewerbs CreateMedia.NRW. In der ersten Runde 2015 konnte das Kreativstudio gemeinsam mit seinen Partnern die Jury mit dem Projekt WICKIE überzeugen: Der Innovationshub für digitale Medienlösungen stellt die Keimzelle des heute räumlich und inhaltlich ausgebauten Innovationshubs in Düsseldorf dar. Im letzten Jahr wurden das Virtual-Reality-System VR-RLX und das interdisziplinäre Projekt MOCCA gefördert. Wir sprachen mit Geschäftsführer Michael Brink über die Gewinner-Projekte, Innovationen und den Standort NRW.

Mit dem Projekt WICKIE, einem Innovationshub für digitale Medienlösungen, haben Sie in der ersten Runde des Leitmarktwettbewerbs gewonnen. Was zeichnet die Arbeitsweise des Hubs aus und gibt es schon Ergebnisse?

Mit dem Projekt WICKIE haben wir zunächst ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem wir mit den beteiligten Partnern Hochschule Düsseldorf und tennagels Medientechnik einerseits räumlich, aber auch virtuell zusammenarbeiten können. Da wir hier an dem eigentlichen Innovationsprozess forschen, haben wir im ersten Schritt ein Projekt definiert, anhand dessen wir den Prozess analysieren können. Hier haben wir ein sogenanntes Life Escape Game konzeptioniert und digital erweitert. Die Erkenntnisse aus diesem Prozess implementieren wir fortlaufend in die weitere Vorgehensweise. Nach einem Jahr Laufzeit haben wir den Escape Room 2.0 auf unserem Innovationstag im November 2016 vorgestellt.

Gemeinsam mit Ihren Projektpartnern haben Sie bereits zwei Innovationstage in Düsseldorf veranstaltet. Welche Trends sind aktuell in der Medien- und Kommunikationsbranche zu verzeichnen?

Unabhängig von technologischen Trends sehen wir großes Potenzial in einer kooperativen, offenen Arbeitsweise. Die Technologien, mit denen wir uns aktuell beschäftigen, werden immer komplexer, so dass sich die Unternehmen einerseits spezialisieren müssen, damit diese Technologien in die Arbeitswelt integriert werden, andererseits aber auch ständig auf neue Entwicklungen einstellen müssen. Trends wie Augmented Reality, Machine Learning, künstliche Intelligenz, kinetisch gesteuerte oder organische Displays – jede Technologie ist in sich so komplex, dass wir und unsere Partner uns auf einzelne Bereiche fokussieren. Die Ergebnisse werden dabei regelmäßig zusammengetragen, so dass diese Technologien für uns beherrschbar sind und somit in das Projektgeschäft implementiert werden können.

Ist NRW ein guter Standort für die Entwicklung von Innovationen?

NRW als Standort ist für uns die richtige Entscheidung gewesen, da wir so das ideale Umfeld aus Wirtschaft und Forschung gefunden haben. Die damit verbundene Nähe zu potenziellen Auftraggebern aus der Wirtschaft sowie der Zugriff auf Talente aus den Hochschulen ist genau die richtige Mischung, die wir brauchen. Allerdings wäre die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens alleine aus eigener Kraft nicht möglich gewesen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das Wachstum ohne Investoren und ohne Fremdkapital zu generieren. Die Förderung über die Teilnahme an den Leitmarktwettbewerben und weitere Förderinstrumente haben uns ein schnelleres Wachstum ermöglicht. Hier haben wir auch zahlreiche Firmen gefunden, mit denen wir kooperieren.

Mit dem Gewinnerprojekt VR-RLX bieten Sie ein Virtual-Reality-System für die Medizintechnik. Wie sieht der kreative Beitrag von LAVAlabs aus?

Innerhalb des Projekts steht die Angstreduktion von Kindern während einer MRT-Untersuchung im Mittelpunkt. Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für unsere kooperative Arbeitsweise. Einer unserer Kernbereiche bei der Bearbeitung von visuellen Effekten für Werbe- und Spielfilmprojekte ist die Erstellung von computergenerierten Welten und Charakteren. Im Kontext von VR-RLX können wir diese Expertise einsetzen und arbeiten zudem mit Partnern, die ihrerseits Erfahrungen einbringen. Gleichzeitig lernen wir innerhalb des Projektes jeden Tag dazu. Wir erweitern damit unser Geschäftsfeld und bringen unser Know-how aus dem Dienstleistungsbereich in die Entwicklung von Produkten ein. 

Bei MOCCA (Motion Capturing Creative Area) geht es um die Vernetzung der Bereiche Tanz, Film, Gesundheit und Mensch-Technik-Interaktion. Können Sie den praktischen Nutzen anhand eines Beispiels erklären?

Das ist bei Weitem das experimentellste Projekt, das wir gerade bearbeiten. Wir wollen Kunst in Form von Tanz auf digitale Charaktere übertragen und dabei die Grenzen der Machbarkeit ausloten. Dabei nehmen wir nicht nur die Bewegungen von Tänzern auf, sondern erfassen auch die Gesichtsgestik sowie weitere Gesten und Daten wie z.B. Gehirnströme. Ziel ist es, sowohl künstlerische Ergebnisse als auch Erkenntnisse für therapeutische Anwendungen zu erhalten und zu visualisieren. Mit dem Team von Prof. Geiger der Hochschule Düsseldorf haben wir Experten für Mensch-Technik-Interaktion im Verbund. Velamed bringt die Expertise für biomechanische Mess-Sensorik mit in das Projekt ein. Das Tanzhaus NRW steht für zeitgenössischen Tanz, und LAVAlabs stellt sein Know-how für die Erstellung von digitalem Content zur Verfügung. Momentan befinden wir uns in der Konzeptphase, bei der wir die Ideen aller Partner sammeln, um uns im nächsten Schritt auf einzelne Ideen zu fokussieren.

Der Leitmarktwettbewerb CreateMedia.NRW fördert insbesondere auch Projekte, die eine Brücke zu anderen Branchen schlagen. Wie ist Ihre Erfahrung in der Arbeit mit anderen Wirtschaftszweigen?

Der Leitmarktwettbewerb hat uns in der Zusammenarbeit mit anderen Branchen noch bestärkt. Wir sind bereits in verschiedenen Forschungsnetzwerken aktiv. Das Netzwerk PerzPektive vereint beispielsweise die Kompetenzen von Akteuren aus der Industrie und aus der Forschung und hat das Ziel, technische Lösungen für Menschen mit einfachen oder multiplen Einschränkungen in ihrer Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung zu entwickeln. Hier arbeiten wir mit Unternehmen, Wohlfahrtsverbänden und Forschungseinrichtungen an konkreten Forschungsprojekten. Unsere Kompetenz liegt im Bereich Content-Erstellung und Gestaltung. Persönlich begeistert mich die ständige Auseinandersetzung mit neuen Themenfeldern.

Wo sehen Sie für LAVAlabs die größten Chancen und Potenziale der Digitalisierung?

Die digitale Transformation ist bereits fester Bestandteil unseres beruflichen Alltags. Bei der digitalen Bearbeitung von Spiel- und Werbefilmen stehen wir immer wieder vor neuen Anforderungen, die sich auf unseren Workflow auswirken. Dabei ist die ständige Anpassung unserer Arbeitsweise eine zwingende Voraussetzung, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Zukünftig sehen wir hier aber auch die Chance, unser Geschäftsfeld zu erweitern, indem wir Unternehmen bei der digitalen Transformation begleiten. Hier können wir unsere Erfahrungen als Beratungsleistung weitergeben und individuell erstellte digitale Technologien und technologische Innovationen zur Verfügung stellen.

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