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CREATIVE.NRW

Ausgezeichnet für NRW: CREATIVE.Spaces 2018

Am Abend des 21. März 2018 ehrte CREATIVE.NRW zum zweiten Mal Kreativnetzwerke aus Nordrhein-Westfalen mit der Auszeichnung CREATIVE.Spaces – dotiert mit insgesamt 25.000 Euro. Der Preis ging an fünf Initiativen, die sich in herausragendem Maße für die Kreativwirtschaft in NRW einsetzen: Heimatdesign und MediaLAB.NRW für das Ruhrgebiet, THE DORF für das Rheinland, Utopiastadt für das Bergische Land und Wasserschloss Reelkirchen e.V. für Ostwestfalen-Lippe.

Aktuelles Leitthema von CREATIVE.NRW sind „Hidden Values“, versteckte Werte wie Aufmerksamkeit, Beziehungen und Netzwerke, Daten und Informationen. Werte, die die Kreativen schon lange kennen und die das Kerngeschäft der Kultur- und Kreativwirtschaft sind. Dass die Preisträger bereits verstanden haben, wie man diese Werte für sich nutzt, wurde im Verlauf der Preisverleihung deutlich. Nach einer kurzen Begrüßung durch Anja Backhaus, Moderatorin des Abends, und einem aufschlussreichen Impuls von Mads Pankow (Herausgeber Die Epilog) gewährten die Gewinnerprojekte den gut 100 BesucherInnen im STARTPLATZ in Köln auf ganz verschiedene Art und Weise vielfältige Einblicke in ihre tägliche Arbeit.

Bildnachweis: © Bozica Babic

Bei Tina Husemann und David Holtkamp von THE DORF, Online-Magazin und Netzwerk-Plattform aus Düsseldorf, war es vor allem das bereits vorhandene Netzwerk, welches sie nutzen konnten, um von Anfang an eine große Reichweite für ihre Inhalte zu generieren. Sie berichteten von ihren Anfängen, Ideen und Visionen, und wie wichtig es ist, „Dinge einfach anzufangen“, so David Holtkamp. In THE DORF schreiben sie über alles, was Düsseldorf in ihren Augen so lebenswert macht. Besonders wichtig ist ihnen dabei, die höchst unterschiedlichen Menschen, die Gesichter der Stadt, nicht nur zu zeigen, sondern auch ganz real zusammenzuführen – vom Nachbarn, der mittlerweile gefragter DJ ist, bis hin zum Meisteruhrmacher bei Wempe.

Reinhild Kuhn und Marc Röbbecke gehören mit Heimatdesign zu den Pionieren der Designnetzwerke. Bereits seit 2004 schaffen die Dortmunder cross-sektorale Synergien durch das Vernetzen der verschiedenen Teilbranchen der Kreativwirtschaft. Egal, ob bei Designmärkten, Modenschauen oder der kreativen Zwischennutzung leerstehender Gebäude – Heimatdesign schafft es seit mehr als zehn Jahren erfolgreich, Vertreter der unterschiedlichen Sektoren an einen Tisch zu bringen, neue einzigartige Formate zu kuratieren und damit analoge und digitale Strukturen nachhaltig zu etablieren.

Medienschaffende aus allen Bereichen, von Journalisten und Bloggern über Designer bis zu Programmierern, in Veranstaltungen zusammenzubringen und dabei neue Arbeitsformen auszuloten, ist das erklärte Ziel von Kai Rüsberg vom MediaLAB.NRW aus Bochum. Als gelernter Journalist weiß er genau, wie wichtig es in Zeiten der Digitalisierung ist, sich ständig weiterzubilden und neue Vernetzungen zu suchen – egal ob als Neuling oder etablierter Profi. Sogar Medienprofi Anja Backhaus konnte in einem spontanen Mini-Workshop auf der Bühne zum Thema: „Wie produziere ich Medieninhalte mit dem Smartphone?“ noch etwas lernen.

Christian Hampe, Mitinitiator von Utopiastadt, war mit großer Delegation aus Wuppertal angereist und erklärte das Konzept des Projektes als „andauernden Gesellschaftskongress mit Ambitionen und Wirkungen“. Er präsentierte eindrucksvolle Zahlen zur Arbeit der gemeinnützigen Initiative:  400 Veranstaltungen pro Jahr mit ca. 50.000 Besuchern, 18.000 Ehrenamtsstunden pro Jahr und rund 4,5 Mio. Euro Humankapital seit Einzug der Initiative in den Mirker Bahnhof in 2011, der seither als Utopiastadt firmiert und perspektivisch Zentrum eines ganzen Campus werden soll. Wie Netzwerken eine „Transformationsstadt“ entwickeln und Grundlagen für ein „Studium generale für kooperative Stadtentwicklung“ hervorbringen kann, wird hier erlebbar. Vom Urban Gardening über Co-Forschung bis hin zu Maßnahmen im Bereich Stadtentwicklung – in Utopiastadt scheint nichts unmöglich.

Einen Stummfilm mit Live-Musik von Anja Kreysing nutzte das Team vom Wasserschloss Reelkirchen, um seine Arbeit aus den vergangenen zwei Jahren auf ausgefallene Art und Weise zu präsentieren. Sie finden, „Kunst und Kultur sollte nicht nur in urbanen Zentren stattfinden, sondern auch in der Fläche“. Dafür nutzen sie ihr Netzwerk, u.a. bestehend aus Kulturinstitutionen, Hochschulen, Wirtschaft und Künstlern, um spartenübergreifende Projekte durchzuführen, die „in der Regel experimentell, temporär, partizipativ und innovativ“ sind. Die Netzwerkbildung fördert hier die kreative Erschließung des ländlichen Raums, in dem bewusst zentrale Zukunftsthemen wie Coworking und Leerstandsnutzung zum Gegenstand der Projekte werden.

Mit der Auszeichnung CREATIVE.Spaces unterstützt CREATIVE.NRW Initiativen, die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen bereichsübergreifend vernetzen. Eine Jury aus namhaften Branchenvertretern wählte die fünf Kreativnetzwerke aus. Eine geplante Roadshow unter dem Leitthema „Hidden Values“ soll dazu dienen, die kreativen Akteure und ihre Leistungen für Wirtschaft und Gesellschaft noch deutlicher sichtbar zu machen. „Es wird immer deutlicher, wie wichtig Vernetzung mit Sinn und Zweck ist. Mit dem Auf- und Ausbau unseres Netzwerkes in die Regionen hinein werden die Strukturen der Kreativen nachhaltig gestützt und als lebendiges Geflecht entwickelt“, erläutert Claudia Jericho, Geschäftsstellenleiterin von CREATIVE.NRW in Köln.

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