Aufmerksamkeit für Aufmerksamkeit

Am 12. Januar 2019 fand das vom MediaLAB.NRW veranstaltete MediaCampNRW im Rahmen der „CREATIVE.Spaces exploring Hidden Values“ Roadshow in Oberhausen statt. Das Thema „Aufmerksamkeit als Währung der Zukunft“ lockte rund 100 hochmotivierte Teilnehmer*innen.

Bereits im Vorfeld des Barcamps waren vier große Themenblöcke von den Veranstalter*innen und Teilnehmer*innen festgelegt worden. Zu Beginn des Barcamps wurden dann verschiedene Sessionvorschläge gepitcht. Das Programm des Tages umfasste schließlich 22 Sessions à 45 Minuten.

Ein Block widmete sich dem Thema „Kreativwirtschaft in den Medien“. Drei der Sessions befassten sich mit der Frage, wie Medienformate den Wert kreativer Arbeit vermitteln können. In einer von CREATIVE.NRW gehosteten und moderierten Session ging es um die Entwicklung eines TV-Formats sowie eines Podcasts. Vorgestellt wurden die Inhalte der Session von Steve Blame, ehemaliger Moderator bei MTV und Fernsehformatentwickler, und Spieleentwickler Christoph Brosius. In der lebendigen Diskussion wurde schnell deutlich, dass im Vorfeld vor allem geklärt werden sollte, an wen und mit welcher Zielsetzung sich die Inhalte richten sollten – erst dann könne man sich damit befassen, wie das Format aussieht. Christoph Brosius kündigte an, sich weiterhin mit der Entwicklung eines Podcasts zu beschäftigen, der die Wertschätzung kreativer Arbeit insbesondere bei Entscheider*innen aus der Wirtschaft stärken kann. Steve Blame meldete an, sich mit der Entwicklung eines entsprechenden Reality-TV-Formats für die breite Öffentlichkeit zu befassen.

 

 

© MediaLAB.NRW/Jan Asbeck/Kai Rüsberg

In weiteren Sessions wurde etwa gefragt, ob Livestreaming tot ist und wie man auf seiner Website mehr Traffic über Pinterest erreichen kann.

Der Themenblock „Zukunft des Journalismus“ stellte nicht nur neue Technologien wie Chatbots im Journalismus vor: Zudem gab es etwa Tipps zur Interviewführung mit dem Smartphone oder zum Umgang mit „Shitstorms“, die bei einer smarten Reaktion des Community Managements langfristig sogar für viel positive Aufmerksamkeit sorgen können.

Der Block „Hidden Values: Aufmerksamkeit und Information“ widmete sich unter anderem dem Sinn oder Unsinn von Hackathons im Journalismus. Anhand von persönlichen Erfahrungen tauschten die Teilnehmer*innen Pro- und Kontraargumente aus. Während manche sich durch solche Veranstaltungen ausgenutzt fühlen, schätzen andere den gruppendynamischen Charakter eines Hackathons.

Im Block „Mojo Meeting“ ging es vornehmlich um Tipps und Tricks im Bereich des mobilen Journalismus. Dabei stand insbesondere die Videoproduktion mit Hilfe des Smartphones im Fokus. Manuel Heckmair, Reporter bei RTL, veranschaulichte anhand von konkreten Beispielen, wie er das Smartphone für die investigative Berichterstattung einsetzt – und dass es beispielsweise für persönliche O-Töne auch von Vorteil sein kann, nicht mit einer großen Kamera zu drehen.

Im Verlauf des Tages wurde deutlich, dass Aufmerksamkeit auf ganz unterschiedliche Art und Weise erzeugt werden kann. In Zeiten der schnell voranschreitenden Digitalisierung wird es dabei sowohl für Journalisten als auch für andere Kreative unerlässlich sein, sich eine gewisse Medienkompetenz anzueignen. Dies sei die Voraussetzung, um mittel- und langfristig Aufmerksamkeit für das Verbreiten wichtiger Inhalte und qualitativ hochwertigen Journalismus zu erzielen.

Im Anschluss an die Sessions boten die Veranstalter*innen neben der Möglichkeit zum gemeinsamen Reflektieren und Vernetzen noch ein besonderes Abendprogramm an: Der piqd Salon war zu Gast in Oberhausen und stellte drei spannende Geschichten aus dem journalistischen Geschehen des letzten Jahres vor.

Weitere Einblicke zu den Ergebnissen des MediaCampNRW finden Sie in unserem Video-Rückblick.

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