CREATIVE.Talk

CREATIVE.NRW sprach mit Linda Kruse und Marcus Bösch, Geschäftsführer des Games-Studios the Good Evil aus Köln über die Dynamiken der Gameswirtschaft, das Potential von Nischenmärkte und den kulturellen und gesellschaftlichen Stellenwert digitaler Spiele.

Die Gamesbranche ist sehr schnellen Marktbewegungen und Dynamiken unterworfen, the good evil kreiert unter anderem News-Games. Kritiker sprechen von einer Hype-Sparte, andere prognostizieren eine längerfristige Entwicklung. Wie sieht eure Einschätzung und Erfahrung zur Zukunft der Nischenmärkte der Branche aus?

Spiele und spielbasierte Anwendungen werden seit einigen Jahren zunehmend genutzt, um in so unterschiedlichen Bereichen wie Wirtschaftsunternehmen, Bildungsinstitutionen, Kultureinrichtungen und auch bei Medienanbietern Inhalte interaktiv zu vermitteln und erfahrbar zu machen.  Diese Entwicklung wird unserer Ansicht nach in den kommenden Jahren weiter stark zunehmen.

Digitale Spiele werden zum Leitmedium des 21. Jahrhunderts. Um einen Eindruck von den zukünftigen Entwicklungen zu bekommen reicht ein Blick auf das US-Militär. Hier gibt es von der Rekrutierung, über die Einsatzvorbereitung bis hin zur Therapie von posttraumatischen Belastungsstörungen keinen einzigen Bereich mehr ohne Nutzbarmachung von Spielmechanismen. Egal ob Newsgames, Games for Health or Purpose or Change - Spielen, die mehr können als nur Spaß machen, gehört die Zukunft und nicht die Nische.

Games erfüllen also gleichzeitig unternehmerische und gesellschaftliche Aufgabe: u.a. werden in den Inhalten von Spielen und in der Form der Spiele (z.B. drohnenbasierte Games) in letzter Zeit verstärkt wichtige gesellschaftliche Themen aufgenommen (Bsp. Überwachung und Hackerkultur bei "Watch Dogs")? Wie ist Euer Eindruck und wo entwickelt sich dieser Trend hin?

Spiele wurden schon immer genutzt um gesellschaftliche Trends, Themen und Stimmungen aufzugreifen und zu verarbeiten, man denke hier nur an Klassiker wie das Brettspiel Monopoly. Aus unserer Sicht ist es erstrebenswert, wenn gegenwärtige Technologien nicht nur als schmückendes Beiwerk in massenkompatiblen Games Verwendung finden, sondern mit kritischer Haltung problematisiert werden und zum Diskurs anregen.

Erfolgreiche Beispiele aus der jüngeren Zeit wie Half the Sky zeigen einen transmedialen Weg auf, der neben der multimedialen Inhaltsvermittlung eben auch auf die interaktive Form des Games setzt. Am Ende profitieren davon Menschen und Projekte auf der ganzen Welt.

Gibt es in Eurem Tätigkeitsfeld Kooperation mit anderen Branchen – außerhalb der kreativen Berufe?

Wir sind sehr an einem kreativen und produktiven Austausch mit verschiedensten Branchen interessiert. So arbeiten wir beispielsweise im Rahmen eines Seminars an der Sporthochschule Köln im kommenden Wintersemester weiter an unserer digital/anlogen Fitnessapp Workout. Und dann Planen wir derzeit in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab Europas ersten Newsgames Hackathon der im Mai 2014 Journalisten, Game Designer und Programmierer zusammenbringen soll. Wir sind offen für weitere Kooperationen. Anbieten können wir Kompetenz im Game Design. Und Lust auf innovative, neue und interaktive Zugänge.

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