CREATIVE.NRW Politik-Panel: Kreativwirtschaft ist Innovationstreiber

Kreativwirtschaft, quo vadis? Diese Frage wurde auf dem von CREATIVE.NRW präsentierten Eröffnungs-Panel der C'n'B Convention 2013 mit Vertretern der Bundespolitik diskutiert. Fraktionsübergreifender Konsens: Die Kreativwirtschaft ist der Innovationstreiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen.

Grundlage der Diskussion war das von CREATIVE.NRW veröffentlichte 10-Punkte-Papier für mehr Wertschätzung und Unterstützung der Branche in NRW. Clustermanager Werner Lippert unterstrich in seiner Vorstellung des Papiers den bereits angestoßenen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik Nordrhein-Westfalens und bezog sich dabei auf eine Äußerung von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Er hatte am Vorabend bekräftigt, dass das Stärken von NRW als Raum für Kreative ein Arbeitsschwerpunkt seiner Politik sei.

In der von Ulrich Soénius (Geschäftsführer, IHK zu Köln) moderierten Runde diskutierten Herbert Behrens (MdB, Die Linke), Burkhardt Müller-Sönksen (MdB, FDP), Thomas Jarzombek (MdB, CDU) und Petra Kammerevert (MdB, SPD). Burkhardt Müller-Sönksen (MdB, FDP) unterstrich gleich zu Beginn, dass die Kreativwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig überhaupt sei. Ihn treibe um, wie die Politik in Deutschland Rahmenbedingungen für die Entstehung eines Silicon Valley in Deutschland schaffen könne. Netzpolitiker Thomas Jarzombek (MdB, CDU) erklärte daraufhin, dass sich die Kreativszene vom Staat nur schwer steuern ließe. Parteiübergreifend war man sich einig: Es gehe nicht nur um die Bereitstellung von mehr Geld, sondern um das Öffnen von Türen durch neue Kontakte für die Branche.

Neben notwendigen Neuerungen im Urheberrecht und der besseren sozialen Absicherung von Kreativen diskutierten die Vertreter im weiteren Verlauf, wie sich räumliche Strukturen und Kreativwirtschaft miteinander verschalten. Jarzombek sieht gerade Chancen für strukturschwächere Gebiete. Für ihn habe das Ruhrgebiet das Potenzial, das neue Berlin zu werden: Hier gebe es viele Freiflächen, günstige Preise und interessante Räume, die von Kreativen neu belebt und genutzt werden können.

Die Diskussion zeigte: In der Politik scheint große Einigkeit darüber zu herrschen, dass Kultur- und Kreativwirtschaft Innovationstreiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen sind. Um die Rahmenbedingungen der Kreativen weiter zu verbessern, brauche es flexiblere Sozialsysteme, die an die neuen, nicht-linearen Karriereverläufe angepasst seien, sowie passende Finanzierungsinstrumente. Auch müsse man eine Kultur des Scheiterns etablieren und wirtschaftliche Aspekte verstärkt mit in die Ausbildung von Kreativen aufnehmen.

> Ein Audiomitschnitt wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.

Fotos: Lioba Schneider