The Future of… #Health

Im Rahmen des INTERACTIVE Festivals diskutierten am 24. August vier Experten die Zukunft des Gesundheitswesens an der Schnittstelle von Gesundheits-, Digital- und Kreativwirtschaft. Moderiert wurde das Panel von Marco Muhrer-Schwaiger, Mit-Herausgeber des Buches „Neuvermessung der Gesundheitswirtschaft“. CREATIVE.NRW war Partner der Veranstaltung.

Für Dr. Thomas Friese (Vice President Teamplay Ecosystem, Siemens Healthineers) ist die Zukunft der Gesundheit digital, das heißt konkret: vernetzt, kollaborativ und datengetrieben. Schon bald könne man mit Hilfe von hyperrealistischen 3D-Darstellungen einen „digitalen Zwilling“ des Patienten bauen, an dem Behandlungen simuliert werden können; intelligente Algorithmen erkennen das Auftreten von Krankheiten dann schon im Vorfeld. Die Basis für solche Lösungen sei es aber, viele Daten von vielen Menschen zu erheben, was wiederum enie genaue Abwägung zwischen der Preisgabe von persönlichen Daten und dem Datenschutz erfordere.

Für Prof. Dr. Wolfgang Goetzke (Studiendekan Innovations-Transfer, geschäftsführender Vorstand gewi-Institut für Gesundheitswirtschaft e.V.) hingegen ist die Digitalisierung noch längt nicht im deutschen Gesundheitswesen angekommen. Während sich Patienten bereits mit Self-Trackern vermessen, bei „Dr. Google“ informieren und in digitalen Selbsthilfegruppen vernetzen, herrsche auf der anderen Seite noch immer das Bollwerk des patriarchalischen Ärztesystems. Die technischen Möglichkeiten, etwa eine zentrale digitale Patientenakte anzulegen, über deren Verwendung der Patient als Souverän entscheiden kann, seien zwar vorhanden, aber (bisher) ungenutzt.

Während Alexander Mankowsky (Futures Studies & Ideation, Daimler) Überlegungen zum Auto der Zukunft ausführte, das dazu beitragen könne, Menschen zu entstressen, stellte Ivor Williams (Senior Designer, HELIX, Institute of Global Health Innovation) das HELIX Institute vor, das einzige Designcenter, das direkt in ein Krankenhaus eingebettet ist und dort Prototypen entwickelt. Für Williams besteht die Rolle des Designers künftig darin, Beziehungen zwischen Patienten und Arzt und allen an der Behandlung beteiligten Personen zu gestalten.

Der einhellige Tenor der anschließenden Diskussion: Die Chancen der Digitalisierung überwiegen die Risiken bei weitem. Das Ziel dabei müsse sein, so Goetzke, den Umgang mit Daten von diffusen Ängsten zu befreien und den Patienten zum Partner zu machen.

Mehr Info zum INTERACTIVE Festival