Der Markt

Die besonderen Stärken des Kunstmarktes in Nordrhein-Westfalen (vgl. Übersicht) liegen zum einen in der großen Anzahl von Künstler/innen unterschiedlichster Sparten, zum anderen in der Distribution - und das sowohl bei den Primärmärkten, den Erstverkäufen von Kunst durch Galerien oder auf Kunstmessen, als auch bei den Sekundärmärkten (Kunsthandel mit eingeführter Kunst). In beiden Märkten gibt es international renommierte Adressen. Hinzu kommen Zulieferbetriebe beispielsweise des Künstlerbedarfs und andere Dienstleister, die Reproduktionen im Auftrag von Museen oder Künstler/innen erstellen bzw. Auftragsarbeiten für Künstler/innen durchführen (z.B. der Metallverarbeitung). Von den Stärken des Kunstmarktes profitieren indirekt auch andere Branchen des Landes wie die Werbe- und Modewirtschaft sowie der Tourismus.

Aktuelle Branchensituation
Die internationalen Entwicklungen stellen den Kunstmarkt in Nordrhein-Westfalen und Deutschland vor neue Herausforderungen:

  • Kunst aus Deutschland ist derzeit international gefragt: Dies erleichtert Künstler/innen und Galerien aus Deutschland den Zugang zu diesen Märkten über bekannte und neue Kunstmessen (z.B. die Art Basel Miami Beach).
  • Zunehmender weltweiter Wettbewerb bei den Kunstmessen: Kunstmessen haben sich neben dem internationalen Auktionsgeschäft zu den wichtigsten Verkaufsorten für Kunst entwickelt. Dies hat zu einer Vielzahl neuer Messen im In- und Ausland geführt. Damit geraten die traditionellen Standorte des Kunstmarktes unter Druck.
  • Wachsende Bedeutung des Internets als Informations- und Verkaufsplattform: Dass sich Kunst über das Internet verkaufen lässt, galt noch vor wenigen Jahren als praktisch ausgeschlossen. Wie beispielsweise www.artprice.com, www.artnet.com, www.artnet.de, www.kunstmarkt.com oder www.saatchi-gallery.co.uk zeigen, gewinnt jedoch das Internet in zunehmendem Maße für Künstler/innen wie für Galerien und Auktionshäusern als weltweite Verkaufsplattform an Bedeutung.
  • Zunehmend mehr Eigenvermarktung: Da viele junge Künstler/innen nur schwer Zugang zu Galerien und Messen finden, spielen neben den Internetplattformen zusätzlich Aktivitäten der Eigenvermarktung eine immer größere Rolle (z.B. kleinere Ausstellungen an wechselnden Orten).

Der Kunstmarkt Nordrhein-Westfalens: Eine der Hochburgen im nationalen Vergleich

Nordrhein-Westfalen hat traditionell einen starken Kunstmarkt, nicht zuletzt wegen der Sammlerszene und der Dichte an Künstler/innen sowie Galerien und Kunstmessen. Fast 22 Prozent aller Unternehmen und Selbstständigen des Kunstmarktes in Deutschland haben 2007 ihren Standort in Nordrhein-Westfalen und generieren mehr als ein Viertel (25,6%) aller Umsätze Deutschlands in diesem Markt. Nordrhein-Westfalen kann somit auch 2007 trotz zunehmender Konkurrenz als einer der ökonomisch wichtigsten Kunstmarktstandorte Deutschlands bezeichnet werden. Die Anteile der Umsätze ausgewählter Bundesländer im Kunstmarkt an den Umsätzen in Deutschland insgesamt: Berlin (9,2%); Baden-Würtemberg; (11,8%); Niedersachsen (8%).